Heft 
(1907) 16
Seite
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15. (0. ordentliche) Versammlung des XV. Vereins]ähren.

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19. Kranke Leute gehen am grünen Donnerstage in den Wald, machen

ihre Geldtasche auf, sprechen den Namen ihger Krankheit hinein und werfen die Geldtasche fort. Wer sie aufhebt, bekommt die Krankheit. ^Ebendaselbst 1906.) *

20. Typhus heilt man, indem man eine in einem Garten gefundene Kröte so in ein Tuch bindet, daß sie nicht herauskriechen kann, und das Tuch mit der Kröte dem Kranken, der nicht wissen darf, was darin ist, um den Hals hängt; nach 28 Stunden ist die Kröte tot und die Krankheit geheilt.

21. Kinder, die an Krämpfen leiden, wickelt man in das Brautkleid der Mutter; dann gehen die Krämpfe vorüber.

22. Gicht vertreibt man, wenn man bei zunehmendem Monde au einen Kreuzweg geht und sagt:

Neues Licht, dich sehe ich;

bewahre mich vor Zahnschmerz und vor Gicht.

Was ich sehe, nehme zu, was ich streiche nehme ab.

Im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.

23. Gegen Wassersucht trinkt man täglich 1 Tasse Tee, aus Saubohnen gekocht; am 1. Tage wird eine Bohne genommen, am 2. Tage nimmt man 3, am 3. Tage 5 usw. bis 15, dann gehts wieder rück­wärts, und dabei fällt das Wasser.

24. Gelbsucht wird geheilt durch dreimaliges Besprechen mit der Formel:

Wasser laß dich fließen; denn du wolltest mir siebenmal Siebenzigerlei büßen!

25. In der Nacht zum 1. Mai soll man 3 Kreuze an jede Tür malen und dabei sprechen: Im Namen des Vaters usw. Dann wird das Vieh nicht krank. (Berlin.)

26. Selbst beobachtet 1904 in Kalau, Vetschau und in einigen Spree­walddörfern. (Monke.)

27. Blattern heilt man durch die Besprechungsformel:

Unser lieber Herr Jesus Christus bricht Fell und Blattern durch seinen heiligen Atem, der durch seine heilige Seite ging, da er am Kreuze hing!

28. Das Essen von Waldbeeren (Wachholderbeeren) und das Räuchern mit Wachholder schützt vor Ansteckung bei vielen Krankheiten.

29. Kopfschmerzen (Migräne) vertreibt man mit sauren Gurken, die man der Länge nach durchschneidet und mit einem Tuche auf den Kopf bindet. (Berlin a. 1898.)