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16. (6. ordentliche) Versammlung des XV. Vereinsjahres.
30. Wer am Jorgen nüchtern singt oder pfeift, wird am Tage krank.
31. Wenn sich 2 die Hände über Kreuz reichen, so stirbt ein Jude.
32. Böser Blick behext das Vieh; man muß es daher besprechen lassen.
33. Will man wissen, ob ein Kranker leben bleibt, so legt man ihn glatt auf den Bauch und mißt ihn. Das wird alle 3 Tage wiederholt. Wird er kürzer, so stirbt er. Im andern Falle nicht.
(Havelland.)
34. Kranke Tiere, (Rinder, Schweine, etc.) heilt man, indem man sie über Rasen laufen läßt, den man vor den Stall gelegt hat.
(Osthavelland.)
35. Ein im Viehstall aufgehängter durchbohrter Feuerstein schützt das Vieh gegen Krankheit. (Osthavelland.)
36. Ist die Familieumutter krank, so muß die Tochter nachts zur Kirche gehen und etwas (Rost?) von der Glocke abschaben. Dann wird die Mutter gesund. (Angeblich im Havellande.)
37. Gelbsucht. Besprechungsformel dreimal zu sprechen:
Ir. IV „Wasser, laß dich fließen,
denn du wolltest mir siebenmal siebenzigerlei büßen.“
38. Wer den Schlucken (Schluck-auf) hat, dem soll man einen Schreck einjagen. (Westhavelland.)
39. Nasenbluten stillt man, wenn man um den kleinen Finger einen roten Faden wickelt; kommt das Blut aus dem rechten Nasenloch so umwickelt man den rechten Finger, im andern Falle den linken.
40. Fieber vergeht, wenn man Saft aus der grünen Rinde des Holunderstrauches einnimmt. Man muß zunächst die graue Schicht abschaben und aus der grünen Rinde den Saft pressen.
41. Das Vieh bleibt gesund, wenn man ihm am Weihnachtsheiligabend von allen Gerichten, welche die Menschen essen, eine kleine Probe abgibt.
42. Johanniskraut-Tee wird zu Waschungen bei kranken Kindern angewandt. Das Kraut muß am Johannestage gepflückt werden. Den beim Waschen benutzten Lappen soll man rückwärts über den Kopf werfen, und zwar muß man das an einem Kreuzwege machen.
43. Krankheiten werden in eine Birke gebannt, indem man vor Sonnenaufgang die Rinde des Baumes an einer Stelle etwas ablöst, sodaß man einen Zettel darunter schieben kann, auf welchem der Name der Krankheit und der des Kranken steht. Dabei ist
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