Heft 
(1907) 16
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2. (1. außerordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.

Hoffentlich gelingt es ans, durch die geplanten drei Wanderfahrten das gewünschte Ziel zu erreichen und das Landschaftsbild des Grunewalds in seiner alten Schönheit zu erhalten.

Geschichtliche Gründe sprechen, wie erwähnt, vor allem dabei mit, wenn es sich um die Erhaltung des Grunewalds handelt, und Zweck dieses Vortrags ist es, die Mitglieder derBrandenburgs mit einigen Einzelheiten aus der geschichtlichen Vergangenheit des Grunewalds bekannt zu machen und zu zeigen, daß die geschichtlichen Stätten des Waldgebiets aus Pietät gegen unser Herrscherhaus und gegen die Vor­fahren erhalten bleiben müssen.

Unsere Kenntnis von der Vergangenheit des Grunewalds reicht, soweit das urkundliche Material in Frage kommt, bis in die Zeit der Askanier zurück, doch setzen uns eine Anzahl prähistorischer Funde und geologische Untersuchungen in die Lage, uns von der Be­schaffenheit des Grunewalds und von seinen Bewohnern in der vorher­gehenden Zeit ein ungefähres Bild zu schaffen.

1. Die Vorzeit. Wie die Bodengestaltung des Grunewalds noch heute erkennen läßt und wie durch geologische Untersuchungen festge­stellt ist, wurde das Waldgebiet in der Vorzeit von zwei breiten Wasserläufen durchzogen, die einerseits ihre Entstehung der Wirkung tektonischer Kräfte verdanken und andererseits als die Abflußwässer des Inlandeises zu betrachten sind. Die Spuren dieser Wasserläufe lassen sich heutzutage noch deutlich verfolgen. Der östliche zog sich von der Spree bei der früheren Flora in Charlottenburg beginnend, nach Süden durch denKarpfenteich und den Lietzensee zum Halensee und von hier durch das Fenn des jetzigen Königs- und Dianasees zum Hunde­kehlen- und Grunewaldsee und erreichte, dem Zuge der noch heute er­haltenen Seenkette (Rienmeister, Krumme Lanke, Schlachtensee und Nikolassee) folgend, etwa bei Beelitzhof die Havel. Diese Wasserstraße soll noch zur Zeit Joachims II. schiftbar gewesen sein, da auf ihr die Steine zum Bau des Jagdschlosses Grunewald auf Prähmen von der Spree heran­geschafft wurden, doch ist es fraglich, ob dieser Transport bei normalem Wasserstande oder vielleicht bei Hochwasser vorgenommen worden ist. Der westliche Wasserlauf begann an der Spree beim jetzigen Spandauer Bock, folgte dem Einschnitte der Sausuhlenbuchten zum Teufelssee und er­reichte über Pech- und Barschsee südlich vom Havelberg die Havel. Er stand außerdem durch mehrere Wasserläufe, so im Zuge des Torfgrabens, des Dachgrundes und der Schlucht südlich des Karlsberges, mit dem Flusse in Verbindung und teilte das Gelände längs der Havel in mehrere Inseln.

In diesem von Eichen und anderen Laubbäumen bestandenen Wald­gebiet werden die Tiere der Vorzeit Mammut, Auerochs, Elch, Riesenhirsch und andere in gleicher Weise gehaust haben wie in dem südlich benachbarten Sumpfgebiet der Teltebäke, und wenn auch