15. (4. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
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aber dem Kreise der Herzogin auch sonst bleibende Bedeutung verlieb, waren die literarischen und künstlerischen Größen, die sich oftmals um sie versammelten. Ihre edle Schwester, die durch ihr Buch gegen Gagliostro bekannte Schriftstellerin und Dichterin Elise von der Recke, brachte manchen Sommer in Loebichau zu, mit ihr ihr Freund Christoph Ang. Tiedge, der Dichter der Urania, ferner Goeckingk, Moritz von Tliuemmel, Anselm von Feuerbach, Christian von Meckel und auch Theodor Körner, der Herzogin Patenkind, sowie Jean Paul. — Der Dichter bekannter Burschenlieder, August von Binzer, führte als Braut Emilie von Gerschau aus Loebichau heim, die Pflegetochter der Herzogin Wilhelmine von Sagan, ältesten Tochter der Herzogin Dorothea. Emilie von Binzer verdanken wir eine Schilderung des Loebichauer Lebens bis zum Tode der Herzogin Dorothea (1821) in dem Buche: „Drei Sommer in Loebichau“ (Stuttgart, W. Spemann, 1877).
Indem ich diese Notizen zum großen Teil dem gleich zu erwähnenden Katalog 1490 des Lepkeschen Auktionshauses entnahm, verweise ich hinsichtlich der Beziehungen Gustav Partheys auf den von mir soeben herausgegebenen zweiten Band seiner Jugenderinnerungen und meine Anmerkungen dazu. Durch hochherzigen Entschluß seiner jetzigen Besitzer ist das Rittergut Loebichau, im Herzogtum Altenburg belegen, mit seinen beiden Schlössern der Deutschen Adelsgenossenschaft überwiesen worden, um daselbst ein evangelisches adliges Damenstift mit Haushaltungs- und Krankenpflege-Schule zu errichten. Die herrschaftliche und kunstgewerbliche Ausstattung der Schlösser, soweit sie dem gedachten Zweck nicht entsprechend war oder aus anderen Gründen nicht Vorbehalten wurde, ist in den Tagen vom 21. bis 23. d. M. versteigert worden. Die Gegenstände gehörten der Geschmacksrichtung und Zeit von etwa 1790 bis 1820 an. Ernst Friedei.
II. Herr Kustos Buchholz zeigt einen auf einem Grundstück in Landsberg a. W. ausgegrabenen schönen Bronze-Hohlcelt vor, den Herr Rentier Geeder dem Märkischen Museum geschenkt hat; dazu zum Vergleich einen Flachcelt und einen Lappencelt.
Celt wird die Klinge der gebräuchlichsten und wirksamsten Waffe unserer heidnischen Vorfahren, der Streitaxt, genannt, die in ganz Nord- und Mittel-Europa, namentlich auch in der Provinz Brandenburg, sehr häufig gefunden wurde. Das Märkische Museum besitzt allein etwa 8 0 Stück.
Von den sehr mannigfachen Formen dieser Bronzewaffen lege ich hier die drei Grundtypen vor, in die sich alle anderen einordnen lassen und die zugleich annähernd die fortschreitende Kulturentwicklung innerhalb der ganzen Bronzeperiode, d. h. bei uns etwa in der Zeit von der Mitte des 2. Jahrtausend bis zur Mitte des 1. Jahrtausend vor Christus,
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