Heft 
(1907) 16
Seite
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15. (4. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.

Der Flachcelt, lediglich eine Fortsetzung der Formen der Feuer­steinbeile der Steinzeit, muß der ältesten Bronzeperiode zugeschriebeti werden.

Der Lappencclt stellt eine Verbesserung des einfachen keil­förmigen Flachcelts hinsichtlich der Befestigung au der Handhabe, dem llolzschaft, dar. Die Handhabe ist nicht mehr eine einfache Keule, in deren am Ende eingearboitetes Loch der Gelt eingetriebeu wird, sondern eine solche mit recht- oder spitzwinklich abstehendem Ast. Das Ende dieses Astes wurde aufgespalten und der Kücken des Lappencelts so in den Spalt gesteckt, daß die beiden Spaltstücke sich in die Bahn zwischen je zwei Lappen einschoben. So konute der Celt untrennbar mit dem Schaft dreifach verbunden werden.

Der Ilohlcelt wurde auf das kurze Astende aufgesteckt und ein an ihm angebrachtes Ör diente zur sicheren Befestigung am Schaft mittels Riemen pp. Diese Form wurde offenbar gebräuchlicher, nicht allein, weil die Streitaxt damit leichter zu führen war, sondern auch, weil dadurch viel von dem teuren Metall gespart wurde. Die Lappen- celte erfordern 400 500 Gramm Bronze, die Hohlzelte nur etwa 100 Gramm.

Während die beiden älteren Celtformen nur äußerst selten eine Verzierung zeigen, sind die Hohlcelte meistens mit ornamentalen Linien versehen, wie auch dieser von Landsberg a. W.