Heft 
(1907) 16
Seite
445
Einzelbild herunterladen

16. (4. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.

445

III. Unser Mitglied Herr Rektor Monke legte 2 Photo­graphien vor, die Herr Ingenieur Herrmann, ebenfalls M. der Branden- burgia, gelegentlich der Pflegschaftsfahrt am 20. Oktober am Nonnen­fließ aufgenommen hatte. Die erste betrifft die Brücke über die alte Bernauer Heerstraße, welche bereits anno 1812 von den Franzosen auf dem Marsche nach Rußland passiert wurde; die zweite stellt die etwa 1030 erbaute Schönholzer Schneidemühle mit dem sog. Ockerschuppen dar, welcher an den Versuch erinnert, den man unternahm, um die dortigen Wiesenerze fabrikmäßig auszubeuten.

Herr Rektor Monke besprach sodann unter Vorlage der Gegen­stände folgende Eingänge:

a) Von Herrn Ackerbürger Fischer in Biesenthal dem Märkisihen Museum überwiesen wurde eine auf seinem Grundstück aus­gegrabene mitteralterliclie Scheere, in der Form der noch üblichen Schafscheeren ähnlich, doch etwas zierlicher, ebenso ein wendischer Reitsporen (etwa 13. Jahrhundert),

b) ein kleines mit Stollen versehenes Hufeisen (etwa 16. Jahr­hundert), geschenkt von Herrn Ackerbürger Braun-Biesenthal,

c) einen von Herrn Glasermeister Rücker-Biesenthal geschenkten Lehrbrief der Berliner Tischler-Innung vom 14. März 1735,

d) einen Gewerksstempel aus dem Jahre 1788; das Pflegschafts- mitglied Herr Kulisch aus ßiesenthal stiftet denselben für die Sammlung des Märkischen Museums. Von dem genannten Herrn rührt ebenfalls ein bei Biesenthal ausgegrabener verzierter Knopf her, ferner ein Fenerstein-Nncleus und ein Flaschenstempel aus der 1747 gegründeten Annenwalder Glashütte bei Templin. Er zeigt unter einem fliegenden Adler die Inschrift:Annenwalde 1817 Nr. 3,

e) einen ihm vom Direktor der Berliner Bock brau er ei, Herrn Rührig verfaßten und persönlich übersandten Aufsatz über die Geschichte der genannten Brauerei. Er findet sich abgedruckt in der Jubiläums-Bockzeitung (1907) und bestätigt die von Rektor Monke in seinem Vortrag zu Biesenthal gemachte Angabe, daß unter den jetzt bestehenden Berliner Brauereien die Berliner Bockbrauerei die erste sei, welche Lagerbiei nach bayrischer Art braute. Sie wurde 1838 gegründet, nachdem der Versuch Leys, das in seiner Brauerei vor dem Oranienburger Tor hergestellte bayrische Bier in Berlin abzusetzen, mißglückt war. Ergänzend fügte Rektor Monke noch hinzu, daß Ley, an­geregt durch den Erfolg, welchen Hoptf mit seinem Bock-Bier erzielte, um 1842 noch einmal versuchte, die Berliner Bocktrinker für sich zu gewinnen. Er eröffnete einen Ausschank in der Schönhauser Allee zwischen dem Pfetferberge und dem Schultheiß,