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17. (5. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
Aschinger-Gesellschaft für den 5. d. M. in freundlichster Weise Einladungen ergangen, welche von uns angesichts der Aufschließung eines der ansehnlichsten Berliner Neubaus der Gegenwart gern benutzt wurden, zumal dabei nach verschiedenen Richtungen hin viel Interessantes zu lernen ist. Um dem Bedürfnis möglichst ausgiebig zu genügen, schuf man für den Bau zunächst ein gewaltiges Areal, indem man neun Häuser niederlegte, zu denen u. a. das alte „Hotel Fürstenhof“ und der „Leipziger Hof“ zählten. Man gewann auf diese Weise einen Flächenraum von annähernd 5000 Quadratmetern und konnte so dem Architekten Gelegenheiten zum Aufbau einer gewaltigen Straßenfront geben, einer Front, die mehr als 200 Meter Länge umfaßt, sodaß dieser Hotel-Neubau den größten Baulichkeiten, die Berlin in solcher Art überhaupt kennt, beizumessen ist. Was für ein gewaltiges Kapital zur Bewältigung der weitumfassenden l’läne von der Verwaltung und der Bauleitung in Bewegung gesetzt wurde, das erhellt schon aus dem Umstande, daß zur Errichtung und Fertigstellung insgesamt eine Summe von 15 Millionen Mark erforderlich war.
Der Neubau des Hotels „Der Fürstenhof“ ist nach dem Entwurf und unter Leitung der Architekten Bielenberg und Moser, deren Projekt derzeit bei der Konkurrenz unter der Vereinigung Berliner Architekten mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, ausgeführt worden. Infolge der hervorragenden Lage des Bauplatzes und der hierdurch hervorgerufenen hohen Kosten des Bodenerwerbs sind im Interesse der Rentabilität ein Teil des Erdgeschosses und ersten Stockes für Läden und Restaurationszwecke verwendet worden, doch ist aucn das Hotel im Erdgeschoß noch in bester Weise bedacht. In der Mitte des ganzen Gebäudekomplexes befindet sich eine riesige Hotelhalle, welche sowohl von der Königgrätzerstraße wie auch vom Leipziger Platz aus erreichbar ist. Um diese Halle gruppieren sich in zweckentsprechender Weise die Räume für Portier, für das Empfangsbureau, für die Kasse, für die Direktion, für das Gepäck, für die Telephonzentrale und das Telephonzimmer, sowie Stände für Theaterbillett-, Blumen-, Zigarrenverkauf usw., ferner Schreibzimmer, Rauchzimmer und Damen-Salon. Von diesen Hallen führt eine breite Marmortreppe bis in das vierte Stockwerk, a uch sind hier die geräumigen elektrischen Personenaufzüge angeordnet.
Das Grundprinzip der gesamten Anlage: „Ein Hotel zu errichten, das neben der Wahrung des Komfortablen trotzdem jeder Geschmacksrichtung und jedem Geldbeutel Rechnung tragen soll und nicht bloß eine Unterkunft für Millionäre darstellt“, darf als durchaus gelungen angesehen werden. Die vier Stockwerke des „Fürstenhot“ enthalten 3 °0 Zimmer und 100 opulente Privatbadezimmer, welchen Räumlichkeiten füglich der Ausstattung der Gedanke zu Grunde liegt, daß jedei ein *dne Raum praktisch, komfortabel und hygienisch einwandsfiei sein