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19. (7. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
seelsorgerische Tätigkeit in der Johannisgemeinde. Der Gefeierte wies in seinem Dank auch darauf hin, daß er 1870 71 am Feldzuge als Kriegsfreiwilliger beim Grenadier-Regiment Nr. 2 teilgenommen habe. Dem Sieger winke nach beendetem Kampf der Frieden, die Ruhe, er aber stehe noch mitten in der Arbeit, die er, so Gott wolle, zur Ehre desselben und zum Wohle der Gemeinde fortführen werde. — Der Festausschuß überreichte namens der Gemeinde eine kostbar ausgestattete, mit mehr als 2000 Unterschriften bedeckte Adresse. Außerdem wurden dem Jubilar zahlreiche andere wertvolle Gaben und prächtige Blumenspenden von den Amtsbrüdern, dem Gemeindekirchenrat und persönlichen Freunden dargebracht. Dem Jubilar, der uns öfters durch Vorträge erfreut, habe ich unsere besten Glückwünsche dargebracht.
XIV. U. M. Herr Sanitätsrat Dr. med. Karl Vormeug hat den Charakter als Geheimer Sanitätsrat, u. M. Herr Dr. med. Richard Cohn den als Sanitätsrat erhalten. Wir sprechen auch hier freundlichsten Glückwunsch ans.
XV. Von Heinrich Eduard Kochlianns, des langjährigen Berliner Stadtverordneten-Vorstehers, Lebensaufzeichnungen, lege ich Ihnen, als Geschenk seines Sohnes, des Herrn Kaufmanns Albert Kochhann, das 4. Heft vor, umfassend denkwürdige Schilderungen aus den Jahren 1848 bis 18(53 betreffend die Revolution, die Reaktions- und die mit den kriegerischen Verwicklungen der schleswig-holsteinischen Erbfolgefrage abschließende Konfliktszeit.
XVI. Herr Professor Dr. Karl Schuchhardt, z. Z. Direktor des Kestner-Museums in Hannover, ist zum Direktor des Prähistorischen Museums in Berlin und zum Generaliuspektor für die Ausgrabungen in Preußen berufen. Geboren in Hannover 1859 ging er als Assistent zu den Ausgrabungen in Pergamon. 1887 war er in Athen und übernahm 1889 das Kestner-Museum. Er leitete die Ausgrabungen auf der Heisterburg in Deister, auf der Wittekinds-Burg in Osnabrück und beteiligte sich auch sonst an heimatkundlichen Forschungen.
Angesichts der vielen Beziehungen, welche wir zur Vorgeschichte unserer Provinz haben, begrüßen wir Herrn Schuchhardt in der Hoffnung, daß er die neuen von Herrn Generaldirektor Bode gewiesenen Pfade wandeln werde, indem wir nochmals auf unsern in den Brandenburgia- Sitzungen vom 27. Februar und 24. April 1907 vertretenen, noch heut von uns als allein richtig befundenen Standpunkt verweisen.
Herr Schuchhardt ist, wie schon angedeutet, auf dem Gebiete der Vorgeschichte wohl erfahren. In dieser Beziehung erlaube ich mir einen Sonderabdruck aus der Zeitschrift des Historischen Vereins für Nieder- Sachsen, Jahrgang 1905, vorzulegen. (Hannover, Hofbuchdruckerei Gebrüder Jänecke 1906): „Die Steingräber bei Grundoldendorf, Kreis