16. (4. ordentliche) Versammlung des XVI. Vereinsjahres.
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Stade“, verfaßt vou Herrn Schuchhardt. Es handelt sich um 4 gewaltige der neuern Steinzeit, etwa 2000 Jahre vor Christus angehörige, megalithische Hünenbetten mit rechteckigen Blockumrahmungen und in der Mitte um große Grabkannnern, die aus gewaltigen Trage- und Decksteinen erbaut sind. Das sehr interessante Ergebnis ist, daß die Steineinrahmungen als Stützmauern dienten und innerhalb derselben das Erdreich in sanfter Böschung bis an das megalithische Grab geführt war. In diesem Zwischenraum sind geringere Leute bestattet worden. "Vielleicht hatte der Gutsherr sie geschaffen als ein Mausoleum für seine Familie. Die Gutseingesessenen wurden herum beerdigt. Gefunden ist in den sicherlich bereits viel umgewühlten Kammern nur ein schlechtgebrannter ledergelber Tonbecher, 13 cm hoch, 11 cm breit und ein gehenkelter Tonlöffel von 8,5 cm Durchmesser. Die Sachen sind an das Stader Provinzial- Musoum gelangt, das ich wiederholt, einmal mit u. Mitgl. Robert Mielke und Hermann Maurer besichtigt habe. Ich empfehle einen Besuch des lehrreichen Museums zu Stade dringend.
XVII. Herr Professor Dr. Georg Schweinfurth, gleichberühmt als Botaniker, als Geologe und steinzeitlicher Altertumsforscher, hat die große Güte gehabt, ein Druckexemplar der Titel aller von ihm veröffentlichten Briefe, Aufsätze und Werke aus den Jahren 1860—1907 (Berlin, Druck von W. Pormetter, Oktober 1907) mitzuteilen. Schweinfurth, der seit Jahren die Wiuter in Egypten, die Sommer in Deutschland, zumeist Berlin, von regstem Forschereifer beseelt, zuzubringen pflegt, hat selbstredend den Schwerpunkt seiner gelehrten Tätigkeit in dem schwarzen Erdteil. Ich habe Ihnen Proben der palaeolithischen Steingeräte, welche Schweinfurth auf dem linken Nilufer von Theben, gegenüber Luxor, gesammelt, und die zur Verdeutlichung unserer parallelen heimatkundlichen Funde von Wichtigkeit sind, hier vorgelegt. Speziell interessieren uns folgende botanische Arbeiten: 1860, Über Bidens radiatus. Verh. d.
Botan. V. f. Brandenburg, Bd. II, S. 112-152, insbesondere „Versuch einer Vegetationsskizze der Umgebung von Straußberg' a. a. 0., Bd. III bis IV, S. 91—126. Betrifft namentlich den „der Blumental“ genannten geheimnisvollen Wald mit der seltenen Labiata Melittis melissophyllum. — Sonst zu erwähnen ein Aufsatz über die bei uns abergläubischen Zwecken dienende Rose von Jericho „La vraie rose de Jeiicho (Asteriscns
Pygmaeus), Bull, de l’Inst. Egypt. 1886. — No. 6, p.
.96. — 1906:
Pseudoeolithen im nordischen Geschiebemerge. ( ■
XXXVII S qi o_915 _ 1906: Deutsch-französisches Wortver
AAAV1J > t>. yu— jio. Titnratur fW. Pormetter,
Verzeichnis der die Steinzeit betreffenden Llt ®” ^ hflit habe ich -
Berlin, S. 1-78). Diese dankenswerte leXlk °5^ P be Wochen. - Endlich ln der Brandenburgia vorgelegt und anei e “ n y kehr m jt den Tropen 1906: Der Torfmull und seine Bedeutung fr den Verkehr
(Deutsche Kolonialzeitung, 23. Jahrg., Nr. ,
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