Heft 
(1907) 16
Seite
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19. (7. ordentliche) Versammlung des XVI. VereinBjahres.

Die Maße lasse sich nicht mehr feststellen; aber Gustav Rose,*) der das Gestein eingehend beschriee, erwähnt, daß aus dein einen Stein gefertigt sind: Die große Säule im Treppenhause der neuen Münze [zu Berlin], 16 Säulenbasen von 4 Fuß Durchmesser für das Siegesdenkmal auf dem Victoriaplatz [soll heißen Königsplatz], ein Erbbegräbnis auf dem Petrikirchhofe und eine Anzahl kleinerer und größerer sonstiger Denkmäler.**)

39)Geschiebe sehr bedeutenden Umfanges haben früher auf dem Vinetarifle bei Cosserow gelegen und über das ca. 2 m tiefe Wasser herausgeragt. Sie sind wie die meisten Steine dieser Untiefe zerstört und beim Molenbau von Swinemünde verbraucht.***)

47.Das größte Geschiebe nicht nur in der Provinz, sondern der gesamten norddeutschen Ebene mit Ausnahme von Ost- und Westpreußen ist auf dem Kirchhofe von Gr.-Tychow bei Belgard zu sehen. Es ist noch etwas umfangreicher als der größte der Markgrafensteine in der Provinz Brandenburg. Seiner Gesteinsbeshhaffenheit nach wäre er als granatreicher Gneis zu bezeichnen. Nach Angabe des Herrn Pastor Meinhof zu Gr.-Tychow hat der Block 44 m Umfang, 3,74 m Höhe, 16,90 in Länge und 11,25 in Breite. Er ist buckelförmig gestaltet und soll noch über 4 m tief im Boden stecken, wenigstens hat man soweit gegraben. Sein Gewicht wird von Keilhack (Zeitschr. d. Deutschen geol. Gesellsch. 42, 1889, 783 und Prome'.hens 7, 224, mit Abbild.) auf 30 - 40000 Zentner geschätzt, sein Inhalt ist ca. 700 cbm. Durch seine Lage auf dem Kirche er trägt ein Kreuz ist er wohl vor Zer­störung geschützt; früher hat man freilich auch an ihm schon herum- geschlagen. Dieser Riesenblock sollte unter allen Umständen als Natur­denkmal unberührt von schädigenden Eingriffen bleiben.

Die Herstellung der auch in dieser engern Heimat vorkommenden megalithischen Grabkammern denkt sich Deecke folgendermaßen:Zur Anlage einer Steinkiste wählte man ungefähr gleich hohe 0,50 bis 0,75 in messende Steine aus, und zwar stets geschrammte und daher einseitig ziemlich geglättete Geschiebe. Diese wurden mit der Schliffseite nach innen gestellt und bildeten als Ganzes die lange Kiste. Als Decksteine

*) Der bekannte Professor an der Berliner Universität Dr. Gustav Rose. Fr.

**) Über ein großes Granitgescbiebe aus Pommern. Zeitschr. d. Deutschen geolog. Gesellsch. 24, 1872, 419423, und Nationalzeitung vom 26. Nov. 1872.

***) Der Herr Verfasser sieht bekanntlich in den noch vorhandenen Blockreihen die Reste großer Steingrftben. 8. 14 bemerkt er:Vollständig denudierte Geschiebe­mergelkerne, die nur noch als Steinriff erhalten waren, hatten wir im Greifswaldet Bodden in dem grollen und kleinen Stubber, der KUida-Bank, am Nordende der Insel Rüden, im Riff der Greifswalder Oin und in dem bekannten Steinriff von Coserow vor Usedom, das als Vinetariff bezeichnet wird. Das letzte ist schon von Friedrich dem Großen bei der ersten Anlage des Swinemünder Hafens ausgebeutet worden.