Heft 
(1902) 10
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2. (1. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.

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7. Herr Kustos Buchholz weist zunächst auf das ausgestellte Krönungs-Jnbiläums-Bild hin, das zwar in Tausenden von Exemplaren verbreitet und genugsam in seinen Einzelheiten beschrieben ist, das aber in diesem Exemplar einen besonderen Wert dadurch hat, dass es vom Kaiser ausdrücklich für das Märkische Provinzial-Museum bestimmt und mit eigenhändiger Allerhöchster Unterschrift versehen ist. Ein Exemplar mit der gleichen Auszeichnung für die Stände der Piovinz Brandenburg befand sich zufällig auch im \ ortragssal.

8. Eine weitere Erinnerung an die Krönungs-Jubelfeier bietet die von der Altertumsgesellschaft Prussia in Königsberg her ansgegebene Festschrift, in der die Baugeschichte des Königsberger Schlosses und insbesondere der Schlosskirche, in der sich der feierliche Salbungs-Akt vor 200 Jahren vollzog, in Wort und Bild dargestellt wird.

9. Herr Kustos Buchholz machte fernere Vorlagen: Vom Ucker- märkischen Museums- und Geschichtsverein liegen aus seiner 4 jährigen Thätigkeit 6 Druckhefte vor, von denen 5 je einen Vortrag enthalten:

Amtsrichter Georg Sclnneisser sprach über:Die Eiszeit in der Uckermark ein grade für die Uckermark sehr interessantes Thema, weil die sie der Länge nach durchziehende glaciale Endmoräne neben den sich dort zahlreich findenden Mittel-, Seiten- und Grundmoränen sehr wichtiges Material für die wissenschaftliche Ergründung der letzten Oberflächenbildung des norddeutschen Tieflandes abgegeben hatte. Der Verfasser entwirft ein recht gemeinverständliches Bild der Glacial- Periode, indem er sich dabei auf Fachautoritäten stützt. Otto Leonhard sprach überfossile Rechte, Hugo Schuhmann überVor­geschichtliche Beziehungen der Uckermark während der Stein- und Bronzezeit, R, Sendke überUckermärkisches Volkstum und lebendes Altertum und Graf Albert von Schlippen­bach überdie Entstehung und Entwickelung des deutschen Adels insbesondere des Uckermärkischen Geschlechtes. Auch dieser Vortrag enthält manches kulturgeschichtlich Bemerkenswerte.

Endlich ist als Arbeit von den Vereinsmitgliedern Schuh mann und Mieck ein Heft hervorgegangen:Das Gräberfeld bei Oderberg- Bralitz. Dies Gräberfeld liegt zwar schon im Kreise Königsberg, also nicht mehr im Bereich der Uckermark, aber seine so erschöpfende und ins einzelne gehende Behandlung scheint den Zweck gehabt zu haben, den Vereinsmitgliedern ein möglichst volles Bild des Inhaltst eines solchen im Gebiet der Provinz Brandenburg zu Hunderten vor­kommenden Gräberfeldes zu geben. Deshalb ist auf den angefügten 30 Tafeln auch jeder einzelne gefundene Gegenstand, so unscheinbar er auch ist und so häufig er sich auch schon in andern Gräberfeldern gefunden hat, abgebildet, auch sind 3 Ansichten solcher Gräber, wie sie in der Erde stehen, wenn auch ein wenig dealisiertgez ieichne,