Heft 
(1902) 10
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2. (1. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.

beigefügt. Von all diesen mehr als 200 Abbildungen ist nur No. 70 auf Tafel 14 als besondere Merkwürdigkeit anzuführen, ein Gefäss in Gestalt eines Vogelkörpers, wie sie im ostgermanischen Gräbergebiet schon oft gefunden sind, aber der Kopf ist hier mit 2 Hörnern besetzt.

Das Heft enthält auch eine Klassifikation der Gefässformen unter Heranziehung von Vergleichen aus dem litterarischen Material, sowie einen Versuch der Zeitstellung des Bralitzer Gräberfeldes und der ethnographischen Zugehörigkeit, wobei im Anschluss an massgebende Autoren die Sueben als die Urheber dieser Gräber bezeichnet werden.

10. Herr Kustos Buchholz, unter Vorlagen:

Aus dem Nachlass des im Jahre 1884 verstorbenen berühmten Berliner Zeichners und Malers Ludwig Burger hat das Märkische Museum eine Mappe mit vielen Studienblättern erworben, die auf Berlin und die Mark Brandenburg Bezügliches darstellen.

Darunter ist ein ganzes Fascikel Skizzen, die der Künstler im April 1855 zur Herstellung eines Jubiläumsblatts für die Schicklersche Zuckersiederei aufgenommen hatte; andere Blätter enthalten Details aus den königlichen Schlössern, verschiedenen Kirchen und der Deckerschen Hofbuchdruckerei, ferner aus Spandau, Brandenburg, Eberswalde, Falkenberg, Köpenick, Tangermünde; auch eine Anzahl Trachtenstücke aus den Jahren 18501870 befinden sich dabei.

Endlich fanden sich in der Mappe die Entwürfe zu den Glas­fenstern des einstigen Kurfürstenkellers im Hause Poststrasse 4, die der in den 70er und 80er Jahren viel bekannte Weinhändler Fr. W. Richter, angeregt durch die mit dem kurfürstlichen Hof verquickte Geschichte des Hauses, für sein Kellerlokal durch L. Burger fertigen liess. Sie enthalten die Bilder sämtlicher hohenzollernscher Kurfürsten und dreier Könige. Ludwig Burger hatte sich in seinen letzten Jahren namentlich durch seine malerischen Dekorationen in vielen öffentlichen Berliner Bauwerken einen grossen Ruf erworben, während sein jüngerer, aber schon 1876 gestorbener Bruder Adolf Burger hauptsächlich durch seine Bilder aus dem Spreewalde bekannt und anerkannt war.

11. Den Vortrag des Herrn Stadtbauinspektors und Dozenten an der Königlich-technischen Hochschule O. Stiehl:Der Ursprung des märkischen Backsteinbaus werden wir in erweiterter Form als beson­deren Aufsatz in einem der nächsten Hefte bringen. Der Vortrag war durch zahlreiche Bilder und Skizzen erläutert

12. Nach der Sitzung vereinigten sich die Teilnehmer zu einem zwanglosen Beisammensein in Hickels Restaurant, Potsdamerstr. 18.