Heft 
(1902) 10
Seite
141
Einzelbild herunterladen

Fischerei der Provinz Brandenburg.

14] »

berlinischSt eke rling (d. h.Stacheling) genannt, ist so abscheulich hart, grätig und gefährlich stachelig, dabei so fleischlos, dass man ihn wohl niemals verzehrt. Er kommt in der Spree auch nicht innerhalb Berlins in solchen Schwiirmen vor, wie der Yklei (Alburnus lucidus L.), der aller­dings seine Geschmacksliebhaber, besonders unter der angelnden Jugend hat, sonst auch nur ein versclnniihtesArmeleuteessen ist. Wahrscheinlich hat der berühmte Buchhändler, Freund Leasings und Moses Mendelssohns, sich diese kleinen Fischchen öfters zubereiten lassen. E. Friedei.

22. Der Seehund, welcher die grössern brandenburgischen Ströme, Elbe und Oder, dann und wann besucht, mag hier auch, als besonderer Fisch- schlldling erwähnt werden. So wird aus Westpreussen berichtet:

Bohnsack, 15. März 1893. Die Danziger Bucht wird in diesem Jahre von einer unglaublichen Menge von Seehunden blockiert. Allein am 14. d. Mts. haben die Fischer nur aus Östlich-Neufähr 20 Seehunde in den Störnetzen erbeutet und sich behufs Erlangung der je 5 Mark betragenden Prämie Fangbescheinigungen vom Vertrauensmann ausstellen lassen. Der kleinste der Hunde wog nach der.Danz. Ztg. 180 Pfund, der grösste 370. Leider ist nur ein Stör von allen Fischern gefangen, die der Meinung sind, dass die Hunde den Störzuzug verhindern. Dafür dürften Breitlings-Schwärme zu erwarten sein. B. T.-Bl. 17. 3. 1893.

Wahrscheinlich handelt es sich nicht um den gemeinen Seehund Phoca vitulina, der in der östlichen Ostsee selten, sondern um den Grau­kerl, auch Kegelrobbe genannt, Halichoerus grypus, von der sich ein bei Danzig gefangenes altes und schönes Exemplar seit Jahren in dem von Dr. Hermes umsichtig geleiteten Berliner Aquarium befindet.

E. Friedei.

23. Eine Welsfamilie gefangen. Einen guten und seltenen Fang haben die Fischermeister Schulz und Meyer III nebst Gehilfen in diesen Tagen in der Spree in der Nähe von Hangeisberg gemacht. Mit einem Zugnetz fingen dieselben vier Welse, zwei ältere und zwei jüngere. Der grösste, wir wollen sagen der Grossvatcr der Welsfamilie, hat die respektable Läng»; von 170 cm und, hinter dem Kopf gemessen, einen Umfang von 75 cm. Sein Gewicht beträgt 52 Pfund. Der zweitgrösste wohl der Vater wiegt 16 Pfund, während die beiden Kinderchen nur 3 und l'/s Pfund schwer sind. Der grössere Bursche hat ein imposantes Ansehen; alte Fischermeister können sich nicht erinnern, dass in der Spree jemals ein so grosser Fisch gefangen worden sei. Herr Fischermeister Schulz, Wassergasse, ist bereit, für einige Tage die Besichtigung des lebenden Riesen­welses den Interessenten zu gestatten. Fürstenwald. Ztg. 1. Aug. 1898.

24. Zum Schutz der Fischerei auf der Oberspree ist seit kurzem ein Kreispolizeidampfer in Dienst gestellt, der wöchentlich mehrmals, auch nachts, Patrouillenfahrten macht. Die auf dem Fahrzeug befindlichen Beamten, der Pritzstabel (Stromaufsichtsbeamter) und Gendarmen in Civil, haben die Aufgabe, die unbefugte Fischerei zu unterdrücken und den Flusspiraten nachzuspüren, die Diebstähle an den Fischvorräten und