Heft 
(1902) 10
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Fischerei der Provinz Brandenburg.

Fischereigerätschaften ausführen. Dabei kommen aber auch vielfach Über­tretungen harmloser Ruderer und Segler zur Anzeige, zum Beispiel, wenn diese abends ohne Laternenlicht fahren. Die Beamten haben die Befugnis, auf Kähnen, die ihnen sonst verdächtig Vorkommen, Revisionen vorzu­nehmen, die sie auch auf die Mannschaften erstrecken können. Die Beraubungen der Fischereigerätschaften haben seit der Indienststellung des Polizeidampfers schon bedeutend nachgelassen. B. T.-Bl., 31. August 1899.

25. Fischerei - Litteratur. Dr. G. Eberty: Der Pritzstabel.

(Behandelt die wendischen Wasser- und Fischerei-Vögte zu Spandau, Coepenick, Ruppin und Potsdam.) In No. 1 der Allg. Fischerei-Zeitung XVIII. München u. Berlin, 14. Januar 1893.

Die Allgemeine Fischerei - Zeitung (Neue Folge der Bayer. Fischerei-Zeitung) ist vom 1. Januar 1893 ab u. a. auch Organ des Deutschen Fischerei-Vereins sowie des Brandenburgischen Fischerei-Vereins geworden.

Seither erscheint für den uns lebhaft interessierenden, von Herrn Kammergerichtsrat Uhles vorzüglich geleitetenFischerei-Verein für die Provinz Brandenburg ein eigenes Organ unter der Bezeichnung Mitteilungen, auf deren reichen heimatkundlichen Inhalt die Mitglieder der Brandenburgia besonders aufmerksam gemacht werden.

26. Fisch-Vermehrung im Spreewald. Während vor einem Jahr­zehnt über Fischmangel im Spreewalde geklagt wurde, kann heute die Fischzucht als recht erfreulich bezeichnet werden. Hierzu trag namentlich d as Hochwasser der letzten Jahre bei, da die Fische sich ungestört ver­mehren konnten. Auch hat das Hochwasser bewirkt, dass aus grösseren Seen, namentlich aus dem Schwielochsee sich viele Fische stromaufwärts in die weite, überschwemmte Spreewaldniederung begaben. Namentlich haben sich auch viele edle Fische eingefunden, besonders Karpfen. Noch vor zehn Jahren gab es diese im Spreewalde fast garnicht, und jetzt vergeht fast kein Tag, an dem die Angler nicht einige mit nach Hause bringen. Es sind dies meistens Exemplare von zwei bis vier Pfund; doch sind auch grosse Karpfen keine Seltenheit. Jetzt, nachdem das Hochwasser sich ver­laufen hat, werden die Fische, namentlich schöne, grosse Hechte, zahlreich mit dem Netze gefangen. Vor acht Wochen, als die Fische wegen des hohen Wasserstandes schwer zu fangen waren, hatten sie einen sehr hohen Preis. Es wurde damals das Pfund Hechte mit 1,20 Mk. bezahlt. Heute kostet dieser Fisch nur 50 Pfennige. Viel trägt auch zum Niedergang des Preises bei, dass der Touristenstrom nach dem Spreewald langsam versiegt. Es kommen im Laufe des Sommers jetzt über 40 000 Fremde nach dem Spreewald, und jeder will das Nationalgericht des Spreewaldes, Fisch mit Spreewaldsauce, gemessen. Da müssen die Wirte die höchsten Preise an- legen, um ihre Gäste zu befriedigen. Gegenwärtig ist das anders. Die Wirte brauchen nur noch wenig Fische, und daher sind die Preise so niedrig. Jetzt gönnt auch der Spreewälder sich selbst wieder einmal ein Gericht Fische, während diese im Sommer zu Gelde gemacht werden mussten. Was die Fischer durch den Eingang der Krebse eingebüsst haben,