Heft 
(1902) 10
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Fischerei der Provinz Brandenburg.

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mir ist das sicher gesagt, dass durch ihn zuerst erfunden ward fische zu fangen mit angeln (und verschiedenen reusen).

Den letzten Vers halte ich mit Knieschek für einen späteren Zusatz. Vgl. im übrigen das in meiner Schrift: Aus der Vorzeit der Fischerei, Berlin, 1884, S. 54 Gesagte. Unter der Heftnadel der Isolde hat man wohl die kreisrunde Spange des 2. bis 14. Jahrhunderts zu denken, die einen kleinen Kerb an einer Stelle hat, um welche sich ein, einen Diameter des Spangenkreises bildender Dorn bewegt. Dreht man diesen Dorn nach aussen und biegt seine Spitze krumm, so hat man einen, allerdings etwas rohen, Angelhaken. An den Spangenkreis würde die Angelschnur zu binden und diese mittels eines Stückchens leichten Holzes als Angelschwimmer flott zu erhalten und vorm gänzlichen Untersinken zu bewahren sein. Zerrt der Fisch am Köder, so zieht er den Angelschwimmer unter Wasser und deutet damit den Augenblick an, in welchem man die Angel aus dem Wasser schnellen muss, um den Fisch zu fangen. E. Friedei.

30. Die Stinte des Tegeler Sees bei Berlin. Bekmann: Historische Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg. I. 1751 S. 1112 schreibt: Der See bei Ziegel (Tegel) ist sehr fischreich, und seine Fische und Krebse von schönem geschmaek. Hält unter andern schöne Zander, Barsche, Bleie und Stinte, so wegen ihrer grösse oben III. Th. II. R. § V. s. 577 an- gemcrket worden. Und S. 577:In dem Fischreichen See bei Ziegel, Bcrl. Insp. trifft man sie 8 zoll lang und 3 zoll dikke, die einem Stetinischen Hering nicht unähnlich sein. Sie haben einen starken unangenehmen geruch, wie sie dann auch deshalb hier zu Lande Stint oder Stinks und Stinkfisch, so genannt werden: und wie Colerus XVI. B. 41. K. schreibet, liegen sie das ganze jahr durch in den Seen unten auf dem gründe, und wird kein einziger gefangen, aber um Oculi, oder deutlicher zu sagen am ende des Februar und zu anfange März ziehen sie haufenweise wie die bienen, und werden in grosser anzahl gefunden.

Auch Bloch: Ökonom. Naturgesch. der Fische Deutschlands I. Beriin 1783, S. 228 leitet den Namen Stint von stinken ab, und man kann wegen der Schmackhaftigkeit des Tieres eben nur sagen: de gustibus non est disputandum. Sicher ist, dass der Stint, Osmerus eperlanus Linnö, der zur Familie der Lachse, also der Edelfische, gehört, immermehr von den Fisch­märkten Berlins verschwindet. Was der Grund davon ist, ist nicht so leicht zu ermitteln. Die Fischer sagen, er sei aus vielen Gewässern verschwunden oder doch in denselben ausserordentlich vermindert. Dr. Carl Bolle, unser Mitglied, ein sorgsamer, verlässlicher und feiner Naturbeobachter, ist mit mir der Meinung, dass dem Fisch nur nicht mehr in geeigneter Weise nach­gestellt werde. Wahrscheinlich ist der Fang wegen geringer Nachfrage nicht mehr lohnend. Da Herr Bolle, wie ich, am Tegeler See nach Früh­jahrsstürmen immer tote frisch ausgeworfene Stinte am Ufer gefunden haben, so waren wir stets der Meinung, dass der Fisch aus demselben nicht verschwunden sei. Dies wird dadurch bestätigt, dass Herr Bolle in