182
Kleine Mitteilungen.
gerutscht sind, weil das Hochwasser gelegentlich tiefe Unterspülungen hervorgerufen hat.
Dieses ist das Profil, das sich bei Lebus der Beobachtung darbietet; es fallt auf, dass die Braunkohlenfonnation ganz und gar fehlt. Sie erscheint erst viel weiter südlich in der Höhe von Frankfurt. Herr Keilhack führt diese auffällige Thatsache auf „ausgedehnte Verwerfungen, wahrscheinlich tektonischer Natur“ zurück. In der Nähe der Meiuleschen Ziegelei sieht man in einem Nebenthlllehen der Oder tertiäre weisse Glimmersande überlagert von Unterem Geschiebelehm. Diese Lagerungsverhältnisse finden sich auf der Nordseite des Thälchens. „Auf der Südseite desselben ist weder vom Tertiär- noch vom Geschiebelehm mehr eine Spur zu finden. Hier findet sich vielmehr ein ausserordentlich thoniges, mindestens 25 m mächtiges Diluvialgebilde, welches bei genauerer Untersuchung sich unzweifelhaft als eine lokale Moräne, als das Produkt der Aufarbeitung diluvialer Lager von Bänderthon erweist. Thonmassen verschiedener Farbe und Struktur sind in der unregelmässigsten Weise unter Verlust jeder Spur von Schichtung durcheinander geknetet; an anderen Stellen sieht man vollständige Breccien von Thonstücken, und dazwischen finden sich als Zeichen, dass man es mit einer Grundmoräne zu thun hat, vereinzelte Geschiebe in allen Grössen, die z. T. eine ganz ausgezeichnete Politur und Bedeckung mit glacialen Kritzen und Schrammen besitzen.“ Sollte man nach dieser Beschreibung hier nicht auf die Landpartie einer Verwerfungskluft schliessen dürfen? Herr Keil hack sagt daher auch: „Die nördlichste der beiden Grenzlinien ist zweifellos eine Verwerfungslinie, auf der das Tertiär an die Oberfläche tritt, und zwar auf einer schnurgrade verlaufenden Linie, während weiter südlich keine Spur einer Tertiärablagerung mehr zu finden ist. Auch die südliche Begrenzungslinie dieser fetten Grundmoräne scheint den Charakter einer Verwerfung zu besitzen, doch müssen hier noch speziellere Untersuchungen ausgeführt werden. Zweifellos wird eine genaue Prüfung gegenwärtiger und älterer bergbaulicher Aufschlüsse die interessante Frage der Tektonik dieses Gebietes beantworten.“
lief, möchte aus der Keilhackschen Schilderung nur diese grossen Züge herausheben, weil er sie zu einer eigenen Beurteilung der geologischen Verhältnisse benutzen möchte. Die Arbeit enthält ausserdem noch eine grosse Fülle von interessanten Details.
Diese Örtlichkeit der Mark hat den lief, wiederholt beschäftigt. (Vergl. Monatsblatt der Ges. für Heimatkunde der Frov. Brandenburg .Tahrg. 6, S. 452 und Naturwissenschaftliche Wochenschrift Bd. XIII, No. 27.) Er steht auf einem abweichenden Standpunkt, denn er hält das Oderbruch in seiner ganzen Ausdehnung, unterhalb Frankfurt bei der Verbreiterung beginnend bis zur Neuenhagener Insel, für eine Grabenversenkung und stellt sich vor, dass das enge Stück oberhalb Frankfurt nachträglich von Eilang und Pleiske durchwaschen worden ist, so dass der Oder nun ein neuer Weg eröffnet wurde, und sie nicht mehr durch das Berliner Thal abfloss.
Durch die Beobachtungen Herrn Keilhacks sieht er sich in seinen Ansichten bestärkt, denn die Verwerfungslinien in den Ziegeleigruben liegen