Kleine Mitteilungen.
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auf dem linken Oderufer in der Höhe, wo auf dem rechten Ufer die plötzliche Ausbuchtung des Thaies bei der Kleisthöhe anhebt. Er findet, dass hierdurch diese plötzliche Verbreiterung allein zu erklären ist. Wenn aber diese Weiterführung der Bruchlinien zu gewagt sein sollte, so bleibt doch so viel bestehen, dass diese Landschaft nicht ohne tektonische Mithilfe zu Stande gekommen ist. Ein direkter Beweis für die Grabennatur des Bruches an dieser Stelle fehlt freilich noch.
Dagegen kann Ref. für das Oderbruch der Gegend von Wriezen den Beweis beibringen, dass es ein Graben ist. Hier ist durch eine Brunnen- bohrung auf dem Bahnhofe ca. 20 m unter Tag das Braunkohlengebirge getroffen worden. Durch die Güte seines verehrten Kollegen, des Herrn Oberlehrers Dr. Böttger ist Ref. in den Besitz der Bohrtabelle gekommen, die Herr Brunnenmacher Biesel-Wriezen zusammengestellt hat. Von der Oberfläche in die Tiefe liegen folgende Schichten:
6,5
m
lehmiger Sand
2,0
w
Sand
4,0
»
Kies
5,0
n
Sand
•
1,0
n
Kies und Sand
2,0
n
grober Kies
1,0
n
feiner Kies
4,5
r>
Schwemmsand m. Thon
und Braunkohle
0,5
n
fester Thon
1,0
n
weicher Thon u. Braun
kohle
1,0
n
Kohle und Sand
0,6
n
Kohlenstaub
12,5
ff
Kohle
1,0
n
Sand u. Kohle
1,0
n
Kohle
1,0
n
Sand
2,0
n
Kohle
1,0
n
Sand u. Kohle
3,0
ff
Kohle
12,0
ff
scharfer Sand
2,0
ff
weicher Sand m. Kohle
2,0
ff
reiner scharfer Sand
2,0
ff
weicher Sand
Moränengebirge
Braunkohlen
gebirge
Dieses Bohrergebnis darf man wohl benutzen, um zu erklären, dass das Oderbruch kein Auswaschungsthal ist. Wäre dies der Fall, so müsste auch die Braunkohle fortgewaschen worden sein, und es müsste sich so nahe unter Tag älteres Gebirge z. B. der Septarienthon gefunden haben. Zum Vergleich möchte Ref. noch aus einer Arbeit von ihm*) einige Zahlen bei-
*) Über den Verlauf und die Herausbildung der diluvialen Moräne in den Ländern Teltow und Barnim—Lebus, Zeitschrift f. Naturwissenschaften Bd. 63, S. 1.