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Bücherschau.
bringen über die Mächtigkeit des Diluviums auf dem benachbarten westlichen Höhenrand, welche lehren, dass dort das Diluvium ungefähr dieselbe Mächtigkeit besitzt. Bei Herzhorn ist es 9,5 m mächtig, bei dem Dorfe Sternberg 11 m, bei Boilersdorf 12,5 bezw. 36,5 m und bei Müncheberg 29 m bezw. 100 m. Zache.
Bücherschau.
Die Ursachen der Oberflächengestaltung des Norddeutschen Flachlandes von Dr. phil. Felix Wahnschaffe, Kgl. Landesgeologe, Professor an der Bergakademie und Privatdozent an der Universität Berlin. Mit 9 Beilagen und 33 Textillustrationen. Zweite völlig umgearbeitete und vermehrte Auflage. Stuttgart. Verlag von J. Engelhom. 1901.
Im ersten Hefte unseres Monatsblattes hat Bef. die erste Auflage dieses Werkes besprochen. Es liegt nun die zweite Auflage vor. Ein Vergleich beider lehrt deutlich, welche Menge von Thatsachen und Ansichten in dem verflossenen Jahrzehnt aufgefunden und ausgesprochen worden sind. Das geht schon aus dem äussern Umfang des Buches hervor. Die erste Auflage war 166 Seiten stark und die zweite hat es auf 258 Seiten gebracht. Mit einer peinlichen Sorgfalt hat der Herr Verf. die Litteratur verarbeitet und die feinsten Nuancen in den Ansichten beachtet. Dies macht sich namentlich bemerkbar bei den Auseinandersetzungen über die Endmoränen, Karnes, Durchragungszüge, Stauwälle, die Durchbrüche der Urströme nach N. u. s. w. Diese Auseinandersetzungen lehren, wie weit wir noch entfernt sind von einer wirklichen Klarheit über die Herausbildung unseres heimischen Bodens. Wenn auch die Theorie über die Vergletscherung der Norddeutschen Tiefebene als sicher gelten darf, so stellen sich sofort die Schwierigkeiten ein, sobald es sich um die Erklärung eines bestimmten Details handelt. Aus dieser Neuauflage geht aber weiter hervor, dass allmählich ein Faktor wieder eine Bolle zu spielen beginnt, welcher lange Zeit in den Hintergrund gedrängt worden war. Es ist das das Eingreifen der tektonischen Kräfte. Es sind in den letzten Jahren einige Verwerfungen konstatiert worden. Auch Bef. hatte das Glück eine besonders schöne photographieren zu können, die in dem Buche wiedergegeben ist.
Es wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein, eine Abgrenzung herbeizuführen zwischen der Thätigkeit des Eises und den Eingriffen durch Störungen in der Erdrinde. Freilich werden sich hier besondere Schwierigkeiten einstellen, wenn man bedenkt, welch ein Unterschied besteht, zwischen dem duktilen Moränenmaterial der Norddeutschen Tiefebene und dem festen Gestein des übrigen Deutschlandes. Die Verwerfungslinien