11. (3. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
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Ausdehnung bis zu drei Fuss. Gehörte ein, noch vereinzeltes Bruchstück vielleicht zu dem wieder verschütteten Gehörne, so dürfte dies noch grösser gewesen sein. Das obere Erdreich, wo die Gehörne entdeckt wurden, bestand zwei Fuss tief aus einer Mischung von mancherlei Erdacker, die früher zur Erhöhung des Bodens aufgeschüttet waren. Der darunter hervortretende Urboden zeigte ein Gemisch schwammiger Art, aus Torf und Eisenocher bestehend, durchadert mit einer schwarzen, sehr zähen Thonart, und mit eingeschlossenen Erlenstämmen. Die Gehörne hatten sich mit Eisenocher teils umlegt, teils durchzogen. Übrigens wurden im Schlamm zugleich eine grosse Menge alter Hufeisen, wahrscheinlich aus dem dreissigjährigen Kriege herrührend, gefunden.“*)
Funde von Elchresten sind in Berlin und Umgegend nicht selten, wie u. a. die Belagstücke im Märkischen und der Königl. Museen erweisen sowohl aus dem Jung- wie Alt-Alluvium und den Zwischeneis- zeiten des Diluviums.
Das heut vorgelegte Stück hat folgende Masse. Die Krone 4,5 cm Durchmesser, die Stange bis zu 40 cm Länge und bis zu 50 cm Breite. Es sind fünf Zacken vorhanden. Das Männchen erhält im ersten Herbst die Rosenstöcke, auf denen im zweiten Jahr ein etwa fusslanger Spiess sich erhebt, der erst im folgenden Winter abgeworfen wird. Allmählich zerteilt sich das Geweih mannigfaltiger, und im fünften Jahre entsteht eine flache Schaufel, die immer aus zwei Abteilungen, einer kleinen nach vorn gerichteten Basal-Schaufel und einer grösseren aufrechten End-Schaufel besteht, beide Schaufel-Abteilungen, die unregelmässig voneinander getrennt sind, stehen fast senkrecht zu der dicht über den Rosenstöcken drehrunden Basis der Stange. Zu vergl. Blasius: Naturgeschichte der Säugetiere Deutschlands, S. 437 und meine Angaben Brandenburgia IX. S. 240 No. 52 sowie 53 bis 56. Ich schätze das Alter des Elen von der Uferstrasse auf 6 bis 7 Jahr.**)
*) Diese Hufeisen haben selbstredend mit der Elchstange nichts zu thun. Das Elchwild war zur Zeit des dreissigjährigen Krieges längst bei uns ausgestorben. Nach dessen Beendigung hat der Grosse Kurfürst Elche aus Ostpreussen in der Mark - jedoch ohne Erfolg — ausgesetzt und einzugewöhnen versucht. E. Friedei.
**) In Ibenborst in Ostpreussen sind nicht viel über 100 Elentiere vorhanden. Dagegen ist der Elchbestand in Schweden viel bedeutender. Im Jahre 1900 wurden im Distrikt Norbotten, wo Elche in allen Revieren Vorkommen, 202 Elche erlegt, davon 20 in der Zeit, in welcher die Jagd auf dieselben verboten war. In Westerbotten, wo im vorigen Jahre die Jagd bis zum 1. September ganz verboten war, soll der Elchbestand zugenommen haben. Im mittleren Distrikt von Norrland> wo die Jagd nur während einer Woche erlaubt ist, soll der Elchbestand sich trotzdem vermindern. Sehr wenig Elche leben im nördlichen und westlichen Helsingland, dagegen sind sie zahlreich in Gestrikland und Dalekarlien, wo im vorigen Jahre 221 erlegt wurden. Im Bergslagsdistrikt ist mit Ausnahme des östlichen Teils der Elchbestand