Kleine Mitteilungen.
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Werth der Waldbeeren. Das Sammeln von Waldbeeren in den Königlichen Forsten bildet auch für die ärmere Bevölkerung unserer Gegend eine lohnende Erwerbsquelle, in diesem Sommer gewährte die Beerenernte wieder eine schöne Nebeneinnahme. Besonders ertragreich waren die Heidelbeeren, gleichwohl wurden sie teurer bezahlt als in den Vorjahren. Handelsleute, die sie aufkauften, um sie nach Berlin bezw. Dresden zu verschicken, zahlten für das Liter anfangs 30 Pf., schliesslich 10 Pf. Da nun eine erwachsene Person während der Haupterntezeit wohl 30 bis 40 Liter an einem Tage sammelt, so beläuft sich ihr Verdienst oft auf 3—5 Mk Die Erträge der Preisselbeerernte sind bei uns nur mittel- massig; das Liter wird ausnahmsweise mit 30 Pf. bezahlt. Die Ilaupterntc der Preisselbeeren fällt jedoch in den September, Oktober und November. Geringe Erträge hat die Blaubeerernte diesmal geliefert, darum hatten auch die Preise in diesem Jahre dio* aussergewühnlichc Höhe von 40 Pf. für das Liter erreicht In unmittelbarer Nähe der Stadt hat die Beerenernte fast ganz aufgehört, unsere Wälder scheinen den früheren grossen Reichtum an Beerenfrüchten allmählich zu verlieren. Ebenso verschwindet der Heiehtum an Pilzen; denn nur an einzelnen Stellen findet man üppigen Wuchs. Durch das Ausharken der Nadelstreu in den benachbarten Wäldern wird den Pilzen der günstige Nährboden früherer Zeiten nach und nach entzogen.
Frankf. Oder-Ztg., 28. 9. 1900.
Zur Erklärung des Wortes „Backfisch“. Im 3. Heft dieser Zeitschrift S. 211*) vermisst R. Eickhoff eine völlig einwandfreie Erklärung des Wortes „Backfisch“ in der Anwendung auf junge Mädchen. Die im Grimmschen Wörterbuche gegebene Erklärung „Backfisch, Fisch zum Backen, noch nicht zum Sieden, dann ein junges, unaufgewachsenes -Mädchen“ enthält doch aber eine solche Erklärung! In den fischreichen Gegenden Norddeutsehlands unterscheidet man von den grösseren, zum Kochen geeigneten Fischen durchaus die kleineren, nur zum „Backen“ geeigneten Tiere, welche die sparsame Hausfrau beim Feilschen mit dem Händler verächtlich mit „Backfisch“ betitelt. Ganz kleine, d. h. noch völlig unausgewachsene Fische kommen überhaupt nicht zum Verkauf, sondern werden nach dem Fang von den Fischern aus leicht ersichtlichem Grunde sofort wieder in ihr feuchtes Element zurückbcfördert. „Backfisch“ ist also ein Fisch von „mittlerer“ Grösse, in seiner Uebertragung auf unser weibliches Geschlecht also ein Mädchen, das nicht mehr ganz klein, aber auch noch nicht erwachsen ist. Die Übertragung des Fisches auf Mädchen ist nicht unbeliebt: man denke an „Goldfisch“, „Fischkasten“ (d. i. Mädchenpensionat) etc.!
Bad Oeynhausen. Dr. Ferdinand Teetz.
*) Zeitschrift f. d. deutschen Unterricht. 14. Jahrg. 10. Heft. 1900.
Fftr die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Citstriner Platz 9. — Die Einsender haben den saclilichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.
Druck von P. Stankiewicz’ Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstrasse 14.