Heft 
(1902) 10
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14. (5- ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.'

Sonnabend, den 23. November 1901, abends T 1 ^ Uhr

im Bürgersaale des Rathauses.

Der Vorsitzende Geheimrat E. Friedei macht die unter No. 1 bis 13 aufgeführten Mitteilungen.

1. U. M. Oberhofgärtner Reuter ist uns am 31. v. M. durch den Tod entrissen worden. Das Potsdamer Intelligenzblatt No. 260 vom selbigen Tage berichtet folgendes:

Oberhofgärtner Adolf Reuter sen. auf der Pfaueninsel wurde am 30. Dezember 1825 im Neuen Garten-Bezirk zu Potsdam geboren. Seine Lehrzeit begann im Jahre 1842 bei dem Königl. Hofgärtner Krausnick im Neuen Garten, er war dann ein Jahr im Treibrevier des Hofgärtners Nietner und ein Jahr beim Hofgärtner H. Sello im Orangerie-Revier; er besuchte die Gärtner-Lehranstalt am Wildpark bei Potsdam 3 Jahre als Hospitant und ging darauf ein Jahr als Gartengehilfe zum Berliner botanischen Garten und 2 Jahre nach dem Neuen Garten. Im Jahre 1850 erhielt er das Zeugnis als Garten- Obergehilfe, konditionierte dann in Lüttich, Gent, Paris und Kew in England (zusammen 4 Jahre), zum Teil in leitender Stellung als Ober­gärtner. Nach Deutschland zurückgekehrt, war er in der Königlichen Landes-Baumschule in Alt-Geltow als Obergehilfe beschäftigt, von 1854 bis 1865 Planteur bei dieser Anstalt, woselbst er am 25. Februar 1865 z um Baumschulinspektor ernannt wurde. Am 21. Oktober 1866 als Königlicher Obergärtner in Charlottenhof angestellt, erhielt er am 26. Oktober 1868 den Titel als Hofgärtner und wurde am 8. Oktober 1869 als wirklicher Hofgärtner nach der Pfaueninsel versetzt. Er war 13 Jahre hindurch Lehrer an der Königlichen Gärtner-Lehr-Anstalt Und erteilte Unterricht in der Obstbaumzucht, Wildbaumzucht, Gemüse­zucht und Treiberei. Als er noch in der Landesbaumschule war, hatte Gelegenheit mit dem Altmeister Lennö Studienreisen nach Holland,

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