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II. (ö. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
Belgien und England zu unternehmen. Am 7. Juli 181)3 wurde ihm der Titel als Oberhofgärtner verliehen. Bereits im Jahre. 1878 wurde dem Verstorbenen der Königliche Kronen-Orden 4. Klasse und im Jahre 1892 der Königliche Kote Adler-Orden verliehen. Seine binter- lassene Witwe, ebenfalls gleich ihm im Jahre 1825 geboren, ist noch rüstig. Der 1858 geschlossenen Ehe entsprossen zwei Söhne, von denen einer Königlicher Obergärtner in Sanssouci, der andere Oberlehrer an einem Berliner Gymnasium ist. In den gärtnerischen Kreisen des Inlandes wie des Auslandes war der alte Reuter als ein hervorragend tüchtiger und wissenschaftlich gebildeter Fachgenosse bekannt, dessen Urteil jederzeit gern gehört und beachtet worden ist. Als Lehrer wirkte er überaus anregend, da er in der Theorie nicht weniger tüchtig war als in der Praxis. Alle seine Schüler bewahrten ihm stets treue und dankbare Anhänglichkeit.
Das ist die trockne Aufzählung der Lebensschicksale unsers entschlafenen Freundes Adolf Reuter, dem u. M. Dr. Carl Bolle, als langjähriger Bekannter, hoffentlich ein lebenswarmes Bild in unserer Zeitschrift widmen wird. Der Entschlafene war ein treues Mitglied; mit der grössten Liebenswürdigkeit hatte er die Mitglieder der Brandenburgia und seit langer Zeit alljährlich auch die Pflegschaft der Brandenburgia auf der Pfaueninsel aufgenommen und geführt. Mit Reuter erlischt ein bedeutsamer lebender Zeuge der Vergangenheit der Pfaueninsel, über welche er aus bester Überlieferung bis in die Zeiten zurück, da Friedrich Wilhelm II. sich in seiner Weise auf dem traulichen Eiland erlustigte, Gärtnerisches und Höfisches zu berichten wusste. Die Brandenburgia war bei der Beerdigung durch eine Deputation vertreten und hat auch schriftlich kondoliert.
2. Unser soeben genanntes Vorstandsmitglied Dr. Carl Bolle hat sich den ihm zu seinem 80. Geburtstag, am 21. d. Mts., zugedachten Huldigungen durch eine Reise nach Lugano entzogen. Wir haben schriftlich Glück gewünscht; unsere besten Wünsche begleiten unsern Freund in die Ferne.
3. Das zehnjährige Stiftungsfest der Brandenburgia wird in geselliger Weise am Freitag, den 21. März 1902, in den Räumen der Schlaraffia gefeiert werden und die wissenschaftliche Jubiläums- Feier voraussichtlich im April im Ständehaus stattfinden. Zwei Ausschüsse bereiten beide Veranstaltungen vor.
4. Von den „Mitteilungen aus dem Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes in Berlin“ ist das Schlussheft des I. Bandes erschienen. Bemerkenswert darin ist besonders ein höchst eingehender „Bauernschmuck“ betitelter Aufsatz von u. M., Robert Mielke, mit vielen Abbildungen. Vom 15. bis 18. d. M. hatte in der Aula Klosterstr. 30 eine hierauf bezüg-