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liehe Ausstellung stattgefuuden und den grossen Reichtum des Museums an heimatkundlichen Gegenständen der Vergangenheit und Gegenwart gezeigt. Um so bedauerlicher ist es, dass der Museums-Verein andauernd mit einem Defizit arbeitet und es noch immer nicht hat durchsetzen können, dass der Preussische Staat, für den Vorstand und Mitglieder seit so vielen Jahren in uneigennützigster Weise arbeiten, das schöne Museum als Geschenk übernimmt. Mindestens sollte der Staat docli soviel zuschiessen, dass die nunmehr chronisch zu werden drohenden jährlichen Unterbilanzen aufhören. Das Museum und seine Bestrebungen werden wiederholt unseren Brandenburgia-Mitgliedern auf das Marinste und eindringlich zur Förderung empfohlen sowohl durch Zuwendung von Ausstellungsstücken als auch von Geldbeiträgen.
5. Der Massenfund von Bronzegerät bei Dechsel unweit Landsberg an der Warthe erregt derartig auch die Aufmerksamkeit der lleimatkundigen, dass wir darüber an dieser Stelle wenigstens einiges berichten, indem wir im übrigen auf die Mitteilungen in der hiesigen Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte mit dem Ilinzufiigen verweisen, dass die Fundstücke in das Königliche Museum hierselbst gelangt sind.
Herr Provinzial-Vikar Hobus teilt uns hierüber einen in der Frankfurter Oder-Zeitung am 24. August 1901 enthaltenen Aufsatz, welchem wir mit Genehmigung einige Nachrichten entnehmen, mit:
„In den bei Landsberg a. W. gelegenen „Dechseler Wiesen“ wurde vor einiger Zeit ein ungewöhnlich reichhaltiger Massen- oder Depotfund aus der Bronzezeit gemacht. Eine grosse Urne barg über 100 bronzene, stark patinierte Gegenstände, die nach dem Zerfall des umhüllenden Gefässes einen hohen, zweihenkligen Tragkorb füllten. Leider ist die Mehrzahl der Fundstücke durch Kinder verschleppt worden; doch ermöglichen die ungefähr 20 noch gesammelten Reststücke eine genaue Datierung. Es sind dies mehrere llohlkelte von verschiedener Länge mit geometrischem Ornamente und kleinen Ösen zur Befestigung der Knieschäftung, ferner sogenannte „paalstave“ Paalstäbe mit Öse und 4, je 2 auf jeder Seite befindlichen, gebogenen Schaftlappen, sodann hohlgeschäftete Speerspitzen, einige Sicheln, Ringe und Reifen. Die stark mit Grünspan überzogene Bronze ist von ungleicher Legierung und durchscheint in einigen Stücken hellgelb, in den meisten aber kupferfarben. Die gefundenen Gegenstände mögen mit der Urne in der jüngeren nordischen Bronzezeit beigesetzt worden sein, obschon die kleinen, kreisförmigen, scheinbar mit dem Stempel eingeschlagenen Ornamente eines breiten Reifens auf den älteren Abschnitt dieser Metallzeit hinweisen. Derselben Bronzezeit entstammen auch die Einzelfunde aus Urnen, die unweit des Depotfundortes, auf dem bei Ober-Alvensleben gelegenen „Dechseler Berge“, gehoben wurden. Eine gebogene Ösennadel ü. a. von einfachster Konstruktion dürfte für die Datierung besonders charakteristisch sein. Auf demselcen Felde wurden ferner sogenannte Buckelurnen vom Lausitzer Typus neben anderen Gelassen, die wunderbare
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