14. (5. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres,
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„Werder“, „Dechseler Berg“, „Räuberberge“, „Ziegenberge“, „die Heideken“ u. a. sind Wohn- oder Weihestättten der Vorzeit. Sie weisen eine Unmenge schon zerstörter Reste der Prähistorie auf. Neben den neuen Ausgrabungen gehören hierin die früheren Funde der Stein- und Bronzezeit, die teils dem Berliner, teils dem in seiner prähistorischen Abteilung recht umfangreichen Landsberger .Museum überwiesen wurden, wie die Feuersteingeräte eines Hügelfundes uus Klein-Czettritz und die dort gehobenen Urnen, die Funde auf dem ausgedehnten, schon im Jahre 1823 bei Gross-Czettritz entdeckten Urnenfelde der „Zickenberge“, die schon 1838 an der Goldbecke, dem kleinen Bache vor den Zechower Bergen in einer Grabkammer neben vermoderten Gebeinen gefundenen 2 Feuersteinmeissei nebst einer runden Scheibe Bernstein, die prähistorischen Ausgrabungen (u. a. Bronzegeräte) bei Zantoch, die bronzenen Halsringe und Schmuckgegenstände aus Berkenwerder und Borkow u. a. m. Oft mag auch Stein- und Bronzezeit nicht scharf getrennt gewesen sein, was u. a. an einem zerbrochenen Steinhammer, der mit einem Bronzegerät zusammenlag und an der Berührungsfläche mit Grünspan überzogen war, ersichtlich ist.“
Hierzu berichtete das Berl. Tageblatt am 2. d. M. noch folgendes
„Die dem Kaiser vom Landrat Wahnschaffe in Landsberg a. W. im Neuen Palais vorgelegten Dechseler Urnenfunde sind vom Pastor Hobus bei Dechsel bei den von ihm veranstalteten Ausgrabungen gefunden worden. Die zuletzt gefundenen Urnen und Beigefässe gehören dem sogenannten Lausitzer Typus an und werden wegen ihrer besonders auffallenden plastischen Verzierung Buckelurnen genannt. Bei dieser Gefässgruppe liegt die Hauptzierde in der Form, während die Nebenverzierungen nur in Buckeln bestehen, die entweder von der Innenseite her getrieben oder auf die Aussenwandung aufgesetzt oder aber durch Linien angedeutet sind. Die Buckel selbst haben die Form von Frauenbrüsten. Während die Thon- gefässe dieser Gruppe gewöhnlich vier und sechs solcher Buckel aufweisen wurde in den letzten Tagen eine zweihenklige Urne mit fünf Buckeln gefunden. Ferner wurde auch eine in der Neumark nicht seltene Abart der Buckelurnen, die auf posensche und schlesische Einflüsse hinweisen soll, blossgelegt. Die Buckel dieser Gefässe laufen nicht in eine centrale Spitze, sondern in einen senkrechten Grat aus und sind oben von zwei Linien umrandet. Ausser diesen beiden Arten wurden noch vier verschiedene Buckelformen entdeckt. Die Buckel der einen weiteren Gruppe laufen zwar ebenfalls in eine centrale Spitze aus, doch erweitert sich diese aufwärts zu einem senkrechten wulstartigen Grat ohne scharfe Zeichnung. Die nächste Art bilden die Urnen, deren Buckel von rundlichen Ausbiegungen umgeben, die centrale Spitze nicht in der Mitte, sondern mehr nach dem unterem Rande zu aufweisen. Eine Fortsetzung der unter posenschem oder schlesischem Einflüsse entstandenen Buckelform bilden die Strichbuckel, die ein kleines Beigeföss besitzt. Statt der zwei umrandenden Linien wurden vier oder fünf gezeichnet, und der senkrechte Grat wurde ebenfalls durch eine Linie wiedergegeben. Werden statt dieser einen Linie mehrere, etwa^ drei als Grat angedeutet, so entsteht diejenige Verzierung, die auf zwei etwas