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14. (6. ordentliche) Versammlung des X. Vereinsjahres.
gräulich gefärbten Gefässen, einer Leichenbrandurne und einem einhenkligen Beigefäss, besonders auffiel. Der Umstand, dass Strichbuckel und getriebene Buckel in demselben Neste lagen, beweist, dass beide zur selben Zeit angewendet wurden. Eines der beliebtesten Muster ist die Ornamentik des Aurither Typus, der zwei vertiefte Halbkreise und in deren Mitte ein oder abwechselnd zwei vertiefte Löcher auf manchen Gefässen enthält, an der Stelle, wo die centrale Spitze oder der durch eine oder mehrere Linien wiedergegebene senkrechte Grat sich sonst befand. Eine Kombination dieser Formen liefert sehr abwechselungsreiche Ornamente. Schliesslich sei noch erwähnt, dass selbst auf einer schwarzen geglätteten einhenkeligen Thonschale zwei sehr schön gearbeitete Buckel in halbkugelförmiger Erhebung mit zwei halbkreisförmigen, nach unten anflachenden Vertiefungen entdeckt wurden.“
Ausserdem wird Herr I>r. Goetze vom Kgl. Museum in der ausserordentlichen Sitzung der vorgenannten Berliner Anthropologischen Gesellschaft am 30. d. M. „Über eine bei Dechsel gefundene Kultfigur und die Ausgrabungen daselbst“ unter Benutzung von Lichtbildern sprechen.
f>. Einem Pflegschaftsausflug des Märkischen Museums nach Frankfurt a. 0. unter Beteiligung einer grossem Anzahl von Mitgliedern der Brandenburgs am Sonntag, den 17, d. M. verdanke ich es, dass ich Ihnen folgendes von dorther vorlegen kann.
a) Helios-Abhandlungen und Mitteilungen aus dem Gesamtgebiet der Naturwissenschaften. Organ des Naturwissenschaftlichen Vereins des Regierungsbezirkes Frankfurt (Museums-Gesellscliaft) zu Frankfurt a. 0. XVIII. Band, llersg. von Dr. Hugo Roedel. Berlin 1001. Darin u. A. die Abhandlung von K. Keil hack: Die geologische Geschichte der Gegend von Frankfurt a. O. Mit 2 Karten. Bei Frankfurt haben wir auf engstem Raum die Grundmoränen aller drei Eiszeiten und die fluviatil abgelagerten Sedimente der Schmelzwasser derselben. Nahe der Stadt finden sich die sonst seltenen Sedimente, welche entstanden, als zwischen zweien dieser Eiszeiten milderes Klima mit einer der heutigen gleichen Tier- und Pflanzenwelt lebte. Vgl. auch Dr. Zache’s Angaben über eine andere dieselbe Örtlichkeit betreffende Abhandlung Keilhack’s auf S. 181 dieses Jahrganges.
b) Das Naturwissenschaftliche Museum zu Frankfurt a. O. ATm M. Klittke. Separat-Abdr. aus der Festschrift für die 30. Branden- burgische Provinzial-Lehrerversammlung. Das sehr reichhaltige, am 23. Mai 1807 eröffnete Museum ist zur Zeit im 2. Stockwerk des Hauses Oderstr. 41 mietsweise untergebracht und leidet ersichtlich an Überfüllung, die es nicht ermöglicht, die zoologischen, botanischen und geo-