Heft 
(1902) 10
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15- (io. ausserordentliche) Versammlung

des X. Vereinsjahres.

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am Sonntag den l.December 1901, vorm. 10Uhr.

Besichtigung des neuen Pathologischen Museums der Universität Berlin

am Alexander Ufer.

Das am 12. Oktober 1901, dem Ehrentage Rudolf Virchows, eiöffnete Pathologische Museum der Universität Berlin wurde am Sonntag, den 1. Dezember, von den Mitgliedern derBrandenburgs besichtigt. Das Museum, ein stattlicher Neubau aus roten Backsteinen, ist auf dem G-elände der Kgl. Charite am Alexander Ufer errichtet und umfasst die von Prof. Virchow in den Jahren seiner Lehrthätigkeit ge­sammelten pathologischen Präparate. Das Museum ist deshalb als eigenste Schöpfung Virchows zu bezeichnen.

In ihren Anfängen geht die Sammlung pathologischer Präparate bis in das 18. Jahrhundert zurück, denn sie besitzt einzelne Exemplare aus der Walterschen und der Mockelschen Sammlung, also aus einer Zeit, wo es noch keine Universität in Berlin gab,*) der Aufschwung der Sammlungen rührt aber erst aus dem Jahre her, als Virchow das patho­logische Institut schuf. Seit 1856 hat er sich auf das Eifrigste angelegen sein lassen, seine Sammlungen zu mehren. Hierbei kam ihm zweierlei zu Nutze: einmal das reiche eigene pathologisch-anatomische Material und dann die Unterstützung seiner Schüler und Verehrer, die ihm aus allen Teilen der Welt Objekte zuschickten, von denen sie meinten, dass sie für ihn Wert hätten. So ist eine Sammlung zustande gekommen, die kaum ihres Gleichen hat. Stand Deutschland, was pathologische Sammlungen angeht, früher gegen England und Frankreich zurück, so

*) Vgl. Vossisehe Zeitung No. 480 vom 12. Oktober 1901.

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