Heft 
(1911) 19
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26. (9. ordentliche) Versammlung des XVIII. Vereinsjahres.

erschienene, auch für unsere Forschung wertvolle Schrift zum 80. Ge­burtstag, den die Gefeierte nur kurze Zeit überleben sollte, als Festgabe gewidmet worden. In der sehr fleißigen, hauptsächlich auf das Kieler Museums-Material gestützten Arbeit werden die ältesten eisenzeitlichen Friedhöfe Schleswig-Holsteins bis in den Beginn des 5. Jahrhunderts v. Chr. zurückverlegt. Mit Recht weist (S. 14) Yerf. auf die Zugehörigkeit zu dem hier in Betracht kommenden Formenkreis (Hannover, Teil Mecklen­burgs, Schleswig-Holstein und Jütland) auch bezüglich der westlichen Mark hin, das gilt namentlich von den beiden Prignitzen. -

Ein Einfluß der keltischen Eisenkultur macht sicli (S. 15) erst in der Mittel-Latene-Zeit (300120 v. Chr.) geltend. Bei uns in der Mark reicht der Latene-Einfluß, wie ich (gegen Tischler) immer behauptet habe, bis weit ins 1. Jahrh. nach Chr. Dann tritt erst die Ablösung durch die reichsrömische Kultur ein.

Umgekehrt ist in den ältesten Eisenkulturen der Einfluß der Bronze­zeit (auch in der Keramik) nicht zu verkennen.

Unter den Gefäßen der Tafel III ist wohl kaum eins, das nicht in der Mark nachzuweisen wäre. Dasselbe gilt von vielen der eisernen und bronzenen Gebrauchs- und Schmuckgegenstände. So können wir Herrn Knorr auch von unserm engem heimatlichen Forschungsstandpunkt aus für seine inhaltreiche Arbeit recht dankbar sein.

XXIV. Niederlausitzer Mitteilungen. Bd. XI. Heft 14. Guben 1910. Unser hochgeschätztes Ehrenmitglied, Herr Prof. Dr. Hugo deutsch, teilt in dem Heft, von verschiedenen Verfassern herrührend, mehr lokalgeschichtliche Beiträge mit. Besonders wichtig ist Herrn Jentschs Literaturbericht zur Landes- und Volkskunde der Niederlausitz. Mit Ver- .gniigen lesen wir am Schluß des Hefts S. 112:Im Landkreis Cottbus ge­schehen Schritte zum Ankauf des Schloßberges bei Burg, in dem ein Gebäude zur Aufnahme der dort gewonnenen Funde errichtet werden soll. Wenns nur recht bald erfolgt! damit den fortgesetzten Verstümmelungen dieses für die Germanen wie Slaven gleichbedeutsamen Kulturdenkmals endlich Einhalt geschieht.

Die Niederlausitzer Mitteilungen sind bekanntlich gleichzeitig die Zeitschrift der hochansehnlichen Niederlausitzer Gesellschaft für Anthropologie und Altertumskunde. Wie man hört, geht diese uns so befreundete, hochgeschätzte gelehrte Gesellschaft mit einer Neuabfassung ihrer Satzungen um. Da bittet die Brandenburgs unsere Schwester­vereinigung recht sehr, sich ein Herz zu fassen und ähnlich wie z. B. der ehemalige Potsdamer Geschichtsverein getan, (jetzt Verein für Heimat­kunde von Potsdam und Umgegend) den ganz veralteten und ganz unzu­treffenden Namen der Gesellschaft abzuändern inGesellschaft für Heimatkunde der Niederlausitz und sich damit an die jetzt so zahlreichen Vereine ähnlicher Richtung anzuschließen. Von Anthropologie