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Bücherbesprechung:.
Der Verfasser bringt den Neudruck dieser Schriften der Universität Berlin zur Jahrhundertfeier dar. Die Schriften sind in den Jahren 1807 bis 1809 verfaßt worden. Bei der Lektüre empfindet man den ganzen Eifer dieser Geister, der darauf ausging, der moralischen Werte in der preußischen Monarchie auf eine neue Basis zu stellen. Man erkennt aus den Ausführungen wie wenig jene Männer mit den Leistungen ihrer Zeit zufrieden waren und wie sie für die Zukunft alles von der Erziehung erhoffen. Die neue Zeit kündigt sich besonders in Eichtes ausführlichem Plan an. Er will eine Auslese unter der studierenden Jugend treffen, und nur die besten sollen für die führenden Stellen im Staate Vorbehalten bleiben, denn für ihn ist die Wissenschaft nicht mehr allein Selbstzweck, sondern sie soll dem Staate dienen und der Staat soll aus eigenem Interesse heraus Förderer der AVissen- schaft sein. Die ungeheure Wertschätzung der geistigen Güter der Menschheit tritt uns in jeder Zeile entgegen. Sie bildet gleichsam die Saat, aus der die reiche Ernte unserer eigenen Zeit aufgegangen ist. Sie klingt wie eine Mahnung an uns, über Sport und Technik jene Güter nicht zu vernachlässigen. Zache.
Straubes Führer: Märkisches Wanderbuch. Ausflüge in die Mark Brandenburg. Bearbeitet von Dr. Gust. Albrecht. Teil III mit 21 farbigen Karten, Teil IV mit 22 farbigen Karten. Jeder Teil 1 M. Geographisches Institut und Landkarten Verlag Jul. Straube. Die beiden ersten Teile sind an dieser Stelle schon Jahrg. XVIII, S. 375 angczcigt worden. Teil III behandelt den östlichen Teil der Provinz, schneidet aber ungefähr mit der Oder ab, und Teil IV umfaßt den nordwestlichen Zipfel und läßt allerdings auch hier noch ein Stück übrig. Teil III umfaßt den schönsten Strich der Provinz, d. h. die Barnim - Lcbuser Ilolzflächc mit ihrem Steilrand zur Oder, und er ist auch der besuchteste, weil hier die Bahnlinien häufiger sind als in den übrigen Strichen. Weniger günstig liegen z. B. die Prignitz und das Land Ruppin. Der Verfasser ist ein sorgfältiger und zuverlässiger Führer, der kein Gebiet des Beachtenswerten vernachlässigt. Er geht nicht bloß auf die architektonischen Sehenswürdigkeiten der Städte und Dörfer ein, sondern bringt auch reichliches geschichtliches Material herbei, sowohl über die Begebenheiten, die sich an Ort und Stelle zugetragen haben, als auch über die Personen, die sich dort aufgehalten haben, z. B. auch über die Besitzer der Schlösser und Rittergüter. Soweit der Ref. hier selbst sachkundig, ist ihm nirgends eine Unrichtigkeit aufgefallen. Auch die Karten verdienen volle Anerkennung, und es finden sich bei passenden Gelegenheiten Nebenkarten in größerem Maßstabe, so z. B. ein sehr sehöner Plan der Stadt Frankfurt und des Städtchens Rheinsberg. Zache.
Für die Redaktion: Dr. Eduard Zache, Ciistriner Platz 9. — Die Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.
Druck von P. Stankiewicz’ Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstr. 14.