Heft 
(1911) 19
Seite
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Die Diskordanz im obersten Diluvium der Provinz Brandenburg.

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liegt zwei Kilometer südlich von Petzow unweit des Ufers des Schwielow- Sees, sie ist sehr ausgedehnt und zeigt dasselbe Bild wie die Glindower, d. h. hohe Sättel und tiefe Mulden im Liegenden. Hier bedeckt den Ton ein Sand, der alle Bewegungen des Tones mitmacht, und die Horizontale schneidet die Sättel scharf ab.

Die Landschaft Glindow-Petzow ist geographisch sehr beachtenswert, weil sie in dem Winkel zwischen zwei großen Grabenzügen liegt: der Große Plessower See nebst dem Glindower See bilden den einen Schenkel und der Schwielow-See nebst der Havel den anderen.

Ich wende mich nun zu den Tongruben von Herzfelde, und auch sie stehen in Beziehung zur Landschaft, denn sie liegen neben dem Stienitz- See, der zu einer tiefen und langen Furche gehört. Aber das landschaft­liche Bild ist nur sehr einfach im Vergleich zu dem eben beschriebenen, weshalb auch hier die Störungen viel unbedeutender sind. Die neuen Gruben mit den beachtenswerten Aufschlüssen liegen unweit des Seeufers, während die alten dicht hinter dem Dorfe Herzfelde so durchwühlt sind, daß sie keine klaren Bilder mehr zeigen. Die geologisch wichtigste Grube findet sich einen Kilometer südlich von dem Dorfe Hennicken­dorf und stößt mit ihrer Längsachse auf den See. Die Grubenwand, welche abgebaut wird, besteht aus einem grauen Ton, der zu ganz flachen Mulden und Sätteln gefaltet ist und sonst keine Störungen zeigt. Kurz vor dem Seeufer hört der Ton aber in der einen Grubemvand ziemlich unvermittelt auf, und hier stoßen an ihn horizontale Sande, während gerade gegenüber in der anderen Grubenwand dicht vor dem Ufer eine schwache Aufhügelung des Tones sich bemerkbar macht. Es findet sich nur eine bedeutende Störung in dieser Grube und zwar in ihrer äußersten Südecke, dort, wo sie mit der benachbarten zusammenstößt; hier liegen Sandschichten, die eine flache Mulde bilden und sich nach dem See hin auf den Ton legen, der zu einem Sattel ansteigt, dessen Schichten aber bald horizontal weiter laufen. In der Nachbargrube schneidet der Ton mit einer viele Meter langen horizontalen Linie ab, über der grobe Spat­sande und Kiese horizontal geschichtet liegen. Jene Mulde aus Sand ist nur durch einen schmalen Kücken von dieser Grube getrennt, so daß die horizontale Linie über der Sandmulde eine natürliche ist. Der Ton der zweiten Grube zeigt keine Spur von Schichtung' nebst Störungen und ist zunächst bedeckt von einer schwachen Schicht aus eisenschüssigem Sand. In der Nähe sind noch zwei besonders tiefe Gruben im Betrieb, deren Ton aber keine Besonderheiten aufweist, und wo nur immer wieder die horizontale Linie mit den hangenden Sandschichten zu erkennen ist, die auch hier direkt auf dem Ton ruhen.

Noch ausgedehnter als die Tonlager von Glindow-Petzow und von Herzfelde sind die des Finowtales zwischen Schöpfurt und Nieder- Finow. Es sind nicht überall beide Tone ausgebildet, und dort, wo sie