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Fragekasten.
Woher mag die Redensart stammen:
„Ja, et is ’ne schlechte Welt,
Elias will die Zicke nieh!“ —
Ich bin derselben wiederholt in der Uckermark begegnet und kürzlich hörte ich sie auch von einem Herrn aus der Gegend des Nieder-Rheins (Wesel), sie soll gleichfalls dort volkstümlich sein.
Was hat nun der biblische Aviatiker mit dem germanischen, böckelenkenden Donnerer zu schaffen?
Fr. L. Ueber Dasseln und die Dasselplage. Sie haben recht, wenn Sie unter „ Dassglo. “ mehrere Arten der so lustigen Zweiflügler-Familie Oestris vermuten. Für den Viehbestand kommen hauptsächlich zwei Species in Frage. Die Schaf-Da ssel oder Nasen-Bremse (Oestris ovis L.) legt ihre Eier den Schaf erT" fn die Nase, die aüskrisrfienden Larven kriechen in die Nase und Stirnhöhle und erzeugen das seltsame Kopfschütteln der Woll- träger. [Beiläufig nicht zu verwechseln mit der Gehirnque se oder dem Drehwurm (Cosnurus cerebralis R.), der die Drehkrankheit der Schafe veranlaßt.] I Viel gefährlicher ist die Rinds-Dassel oder Rinderbremse, Oestris bovis L., welche die großen eiterigeiT D asselbeule n hervorruft. Diese Rindsdassel beschädigt bei dem Rindvieh weiter Teile Deutschlands Fleisch und Haut und beeinträchtigt die Milchergiebigkeit der KüheT] Vorschläge zur Beseitigung der Dasselplage sind schon seit Jahren auch vom preußischen Landwirtschaftsministerium in Erwägung genommen, namentlich auf Anregungen aus der deutschen Lederindustrie, die in erster Reihe wegen der Besserung der Qualität ihres Hauptrohmaterials an der Frage interessiert ist. Wie wir nun hören, wird demnächst in den Mitteilungen des Kaiserlichen Gesundheitsamtes eine Arbeit über die Biologie der Dasselfliege und die Bekämpfung der Dasselplage erscheinen, die die ganze Materie von Grund aus behandelt. Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen den Beratungen einer vom Zentralverein der Deutschen Lederindustrie in Aussicht genommenen Konferenz von Vertretern der in der Angelegenheit interessierten Gewerbsgruppen zugrunde gelegt werden. An dieser Konferenz werden sich auch Vertreter der Reichsregierung, des Reichsgesundheitsamts, des preußischen Landwirtschafts- Ministeriums, des preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, der bayerischen Staatsregierung, Vertreter tierärztlicher Hochschulen, der Stadt Berlin und andere beteiligen. Inzwischen ist in praktischer Weise die Olden- burgische Regierung zur Bekämpfung der Dasselplage übergegangen. Das geeignetste Mittel dazu ist die Einführung der Dasselschau, d. h. der Kontrolle über die Ausführung der den Viehbesitzern auferlegten Verpflichtung zur Beseitigung der von der Fliege in das Tier übergegangenen Larven. Die Oldenburgische Regierung hat eine derartige Verfügung zunächst für den Distrikt der Wesermarsch erlassen und will, wenn der Versuch zu günstigen Ergebnissen führt, die Anordnung künftig auf das ganze Staatsgebiet erstrecken. ^Da die Dasselplage das Nationalvermögen jährlich um