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21. 8. ordentl.) Versammlung de* XXI. Vereiiujahre*.
Wir sind bereit, dem an uns gerichteten Gesuch wegen Errichtung eines neuen Denkmals und Abriß des alten, wenig schön wirkenden, stattzugeben, und ersuchen die Stadtverordnetenversammlung um folgende Beschlußfassung:
Die Versammlung erklärt sich mit der Aufstellung eines neuen Denkmals für den Freiherm von Blomberg durch die „Lippische Vereinigung“ nach dem vorgelegten Entwürfe an der in Aussicht genommenen Stelle und mit der Beseitigung des alten einverstanden.
Berlin, den 31. Januar 1913.
Magistrat der Königl. Haupt- und Residenzstadt.
Wermuth.
Im „B. L.-A.“ vom 20. findet sich folgender Bericht über den Verlauf der Weihefeier:
Das Andenken des damaligen Kapitäns in der russischen Armee und Adjutanten des Generals Tettenborn war schon früher durch eine schlichte Gedenktafel festgehalten worden. Die Lippische Vereinigung zu Berlin hatte es sich nicht nehmen lassen, Alexander von Blomberg aus Anlaß der Jahrhundertfeier durch die Weihe eines künstlerischen Denkmals zu ehren. Professor Kuhlmann hat im Schatten der hochragenden Bartholomäuskirche einen edelgeformten Block aus Muschelkalkstein errichtet, den ein antiker Helm malerisch ziert, Eichen- nnd lorbeerumwundene Schwerter zieren die Seitenflächen; auf der Vorderfläche steht die Inschrift: „1813 fiel das erste Opfer in den deutschen Freiheitskämpfen Freiherr Alexander von Blomberg.“ Die Rückseite ziert der Horazsche Vers: „Dulce et decorum est pro patria mori.“ Darunter: Ihrem Landsmann die Lippische Vereinigung 20. Februar 1913.
Die Denkmalsfeier spielte sich in kleinem Rahmen ab. Zwei Banner in den deutschen und lippischen Farben flankierten das würdevolle. Punkt 12 Uhr erschien der Fürst zu Lippe, begrüßt von seinem Kammerherrn Landrat z. D. v. Roell, dem Ehrenvorsitzenden der Lippischen Vereinigung. Die Familie Blomberg, auch ihre kurländische Linie in Rußland, war durch eine Reihe von Mitgliedern vertreten, an ihrer Spitze der Senior, General der Infanterie Frhr. v. Blomberg, zuletzt Kommandierender General des 2. Armeekorps. Sie legten Kränze am Denkmal nieder; namens des Magistrats Berlin schloß sich Stadtschulrat Dr. Michaelis an. Den Reichstag vertraten die Abgeordneten Dr- Neumann- Hofer und Professor Bornhak. Da Frhr. v. Blomberg als russischer Kapitän fiel, hatte die russische Botschaft den Militärattache Oberst Basaroff entsandt. Von der Bartholomäus-Kirche war Superintendent v. Schneidemesser mit den drei Pfarrern der Gemeinde erschienen.
Während rings am Königstor der weltstädtische Verkehr dahinbrauste, läuteten die Glocken vom Turm der Bartholomäuskirche. Die