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8. (5. außerordeutliche) Versammlung de» XXIV. Vereinajahre».
genug au die Hand. Der Zusammenhang mit der uns hier interessierenden Frage ist jedoch nur in wenigen Fällen zu erweisen und wohl auch nur in den wenigsten Fällen vorhanden.
Bei Kartzow, Kr. Osthavelland, fand ich zwei Rötepfühle, deren Namen wie die obengenannte „Flachsröte“ an den Flachsbau unmittelbar erinnern. Es sind der Kleine Flachspfuhl und der Große F lachspfuhl.
Auf jeden Fall wäre es verdienstlich, der Verbreitung der noch vorhandenen oder vorhanden gewesenen Rötepfünle in der ganzen Provinz Brandenburg und darüber hinaus in ganz Deutschland nachzuspüren.
Sitzungsberichte.
8. (S. auQerordentl.) Versammlung des XXIV. Vereinsjahres.
Sonnabend, den 2. Oktober 1915.
Herbstwanderung nahe Jagdschloss Stern,
verbunden mit Pilzsuche unter Führung von Frau Berta George.
Begünstigt vom herrlichsten Herbstwetter, das bereits den Laub- bäumen die bunte Blätterpracht verliehen, nahmen ungefähr 80 Mitglieder und Gäste an der Pilzsuche teil, die insbesondere reichlich Maronen, Steinpilze, Krämplinge und vereinzelt auch Champignons zur Freude der eifrigen Forscher lieferte. Das Gelände lag in der Nähe des mit zahlreichen Feldgrauen belegten Invalidenheims sowie der Reviere Stein- stiickeu und Bevgstücken. Der Vorsitzende Geheimrat Friedei begrüßte die Erschienenen, denen Frau George die nötigen botanischen und kulinarischen Erklärungen mit gewohnter Umsicht und Unermüdlichkeit unterwegs und in dem anmutig belegenen Kaffeehaus zum Jagdschloß Stern erteilte. Namentlich kam es darauf an, die Eßpilze von minderwertigen Pilzen und von den nicht seltenen gefährlichen Giftlingen zu unterscheiden.
Ein Teil benutzte die Gelegenheit, zu dem nahe belegenen bescheidenen Jagdschlößchen Stern zu wandern. Es ist von Friedrich Wilhelm I. 1714 au einer Stelle, wo 14 Gestellwege sich sternförmig kreuzen, erbaut und im Innern recht einfach. Der untere Saal mit holländischem Kamin zeigt an den Fensterpfeilern 5 Geweihe des „großen Hans“ eines stattlichen weißen Edelhirsches, der auch auf einigen Ölgemälden im Saale dargestellt ist. Ein Schlafgemach mit einer eigenartigen Bettstatt