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K. Kelling
Weiter westlich bildete sich nun aber wieder ein ausgesprochener Havelgletscher heraus, der über das Berliner Haupttal nach Süden reichte und dessen Endmoräne wir u. a. in den Havelbergen des Grunewalds erblicken dürfen.
Es würde verlockend sein, die einzelnen Lagen des Eisrandes in der Nähe von Berlin auf Grund dieser Auffassung genauer zu schildern. Aber das ist eine Frage, die mir zuerst einer eingehenden Darstellung in der engeren Fachliteratur zu bedürfen scheint. Heute sah ich eine andere Aufgabe vor mir, den weiteren Kreisen derer, die der brandenburgischen Heimatkunde ihre Auf merksamkeit widmen, eine zusammenfassende Rechenschaft von dem Gedankengange zu geben, der mich zum Widerspruch gegen die geschichtlich so wertvolle und fruchtbare Berendtsche Theorie von den großen Urstromtälern gebracht hat.
Die Rauenschen Steine. Von K. Kelling.
In meinem Aufsatz über die Grenzen des ehemaligen Landes Lebus im XXIX. Jahrgang der Monatsblätter der ,, Brandenburgia" wird als Grenzmarke bei der Bestimmung der Grenzen des Fürstenwalder linksspreeischen Gebiets ein ,, Großer Stein" erwähnt und von diesem in einer Fußnote( S. 34) gesagt, daß aus ihm die Säule unter der Viktoria auf dem Belle- AlliancePlatz zu Berlin gearbeitet und daß er nicht identisch sei mit einem der Markgrafensteine auf den Rauenschen Bergen. Hiergegen sind von geschätzter Seite Zweifel erhoben worden. Ich habe mich bemüht, diese Zweifel durch privatbriefliche Mit teilungen zu beheben. Da aber auch in der Literatur über die Markgrafensteine hier und da die irrige Ansicht verbreitet ist, daß der große Markgrafenstein außer dem Material für die Schale vor dem Museum im Lustgarten zu Berlin auch noch das Material für die Säule auf dem Belle Alliance- Platz und anderes geliefert habe, so nehme ich Veranlassung, an dieser Stelle zur Klärung der Frage folgendes auszuführen:
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1. Der große Grenzstein ist nicht identisch mit einem der Markgrafensteine. Die Lage dieses Grenzsteins bezeichnet die von mir in meinem Aufsatz ange zogene Fürstenwalder Grenzbestätigungsurkunde vom Jahre 1285 ziemlich genau:„, qui( nämlich der magnus lapis) iacet circa viam in Sprewenhaine", oder in der Uebersetzung von 1448: ,, Der da lyt bey deme wege czu Sprewenhagen." Der alte Weg" von Fürstenwalde nach Spreenhagen ist aber niemals über Rauen oder gar über die Rauenschen Berge, die Lagerstätte der Mark grafensteine, gegangen.
Außerdem sagt Klöden in seinen„, Beiträgen zur minera logischen und geognostischen Kenntnis der Mark Brandenburg", 5. Stück, S. 63, von diesem Grenzstein: Etwa eine halbe Viertelmeile östlich von dem Dorfe Rauen, auf dem ebenen Plateau vor den Bergen, nicht ganz eine Viertelmeile von den Markgrafensteinen entfernt, und diesen im Norden, liegt ein dritter großer Block, von welchem früher nur ein Teil der oberen scharfen Kante
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