Heft 
(1921) 30
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H. Teuchert

genannten ,, Schönen Aussicht"( jetzt leider verwachsen) in den Rauenschen Bergen geliefert; der große Grenzstein dagegen das Material zu, 4 großen Säulen", nämlich zur Säule auf dem Belle Alliance- Platz, zur Säule am Schloß, zur Säule im Babels: berger Park und zu einer 4. Säule, die mir nicht bekannt ist. Vielleicht kann ein Leser dieser Zeilen über die 4. Säule nähere. Auskunft geben.

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Wie mag nun der Irrtum bezüglich der Verwendung des großen Markgrafensteins auch zu den vier Säulen entstanden sein? Jedenfalls auf folgende Weise: Als Cantian 1827 den großen Markgrafenstein zerlegte und an Ort und Stelle die Be arbeitung im Rohen des abgesprengten Stückes für die Schale ausführte, da ist wohl gleichzeitig auch der große Grenzstein in der Nähe in Angriff genommen und für die vier Säulen zer= trümmert worden. Klödens diesbezügliche Nachricht stammt jedenfalls aus dieser Zeit. Da nun aber die Herstellung und Auf­stellung der großen Schale natürlich die Aufmerksamkeit und Teilnahme aller mehr in Anspruch nahm als die Herstellung und Aufstellung der vier unscheinbareren Säulen, so wurde im Laufe der Zeit auch die Herkunft dieser Säulen verwischt und schließlich mit derjenigen der Schale zusammengeworfen. Von der Schale wußte und weiß alle Welt, daß sie vom großen Markgrafen: stein in den Rauenschen Bergen stammt, und schließlich glaubte man dann auch, daß auch die Säulen von diesem Steine her stammten.

Der Kachel( der Kachelofen).

Im südbrandenburgischen Mundartgebiet findet sich ein ausgedehnter Bezirk mit den Städten Königs- Wusterhausen, Teupitz, Zossen, Baruth, Trebbin, Luckenwalde, Jüterbog und Treuenbrietzen, in dem der Kachelofen kurz der Kachel genannt wird. Seine Südgrenze geht mit der nd.-md. Mundartscheide über Dahme, Seyda, Zahna zusammen, so daß der Fläming in ihn hineingehört. Die zweite Stelle, wo die gleiche Benennung vorkommt, ist das hannoversche Wendland: dort aber kennen sie nur einige Ortschaften. Die Abgrenzung eines größeren Bezirkes mit Kachel, wie sie von E. W. Selmer, Sprachstudien. im Lüneburger Wendland, Kristiania 1918, S. 31 für das Wendland gegeben wird, entspricht nicht der Wirklichkeit; Selmer hat seine Quelle, P. Diels, Das Wendländische Platt S. 8( S.- A.: Jsb. d. Schles. Ges. f. Vaterl. Cultur 1914), unrichtig gedeutet. S. 4 Fußn. 3 bei Diels werden die wendländischen Orte mit Kachel aufgeführt: Jentzel, Blütlingen, Tarmitz, Woltersdorf, Bösel, Rebenstorf, Prezier, Predöhl; in den übrigen gilt nur der Name aben. Diels bezieht sich übrigens wieder auf die Formulare des Sprachatlas. Ueber das Geschlecht des wendländischen Wortes wird bei Diels nichts mitgeteilt, doch braucht man bei der Unsicherheit in der Verwendung des Geschlechtswortes, welche als Erbteil aus dem Polabischen noch heute nachwirkt, darauf nicht viel Gewicht zu legen; Aben, Ofen' selbst wird auch an einzelnen Orten mit dem weiblichen Artikel verbunden.

Das dritte Vorkommen einer Kurzform Kachel im Sinne von Kachelofen schließlich ist auf deutschem Boden für Ostfriesland anzugeben. E. W. Selmer irrt wieder, wenn er a. a. O. S. 31 noch das Brem. Wörterbuch und das Hol­steinische Idiotikon als Fundorte von Kachel Kachelofen anführt. In der ostfriesischen Mundart gilt nur das weibliche Geschlecht. Dieser Umstand

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