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Das alte und das neue ltixdorf.
der .Johanniter zu Sonnenhurg ist Patron, ln der Kirche sind vorhanden 1 Kelch, 1 Kusstäfelchen; das Dorf zählt ungefähr 70 Communieanten, so dass die Einwohnerzahl etwa das Do mag. p pelte betragen halten
Kixdorf blieb nun im alleinigen Besitze von Cölln, in den 1590 auch die anderen 3 Dörfer übergingen. Die Belehnung aber nahmen beide Städte noch immer gemeinsam entgegen, und wir haben solche Lehnbriefe aus den Jahren 1613, 1015, 1020 u. ü.
Aus dem Jahre 1024, also vom Beginn des schrecklichen 30jähri- gen Krieges, haben wir wieder eine genaue Angabe über die (1 Wisse unseres Dorfes. K. zählte nämlich nach dem amtlichen Schosskataster d. J. 12 Bauern und 8 Kossäten, so dass wir etwa 154 Einwohner zu jener Zeit annehinen können.
Der grosse Krieg brachte auch älter unser Dorf viel Unglück; fünf Bauerngüter und fünf Kossätenhöfe wurden im Laufe des Krieges wüst. Nacli dem Kriege zogen bald von auswärts neue Ansiedler an, und so haben wir nach dem Bericht des Landreiters aus dem Jahre 1052 in unserm Dorf 6 Bauern und 9 Kossäten. Die Bauern hiessen Grinank, Krüger, Wecker Theyke, Beter Wecker, Genicke und Pramanu, neu hatte sich angesiedelt Zinnnerinann aus Berlin.
Bei der Wiederbesetzung der wüsten Höfe scheint eine andere Verteilung stattgefunden zu haben. Es wurden zunächst nur 11 Hüfner, das Lehnschulzengut wuchs auf 5 Hufen an und wurde später durch den Geh. Finanzrat Manitius erworben.
Im Jahre 1693 wurde die kirchliche Zugehörigkeit von Uixdort dahin geändert, dass es samt Tempelhof zur Pfarre Britz gelegt wurde, bei der es nun auch lange blieb.
Einen neuen und ganz eigenartigen Zuwachs verdankte dann U. unserem Herrscherhause. In der Fürsorge für die Hebung seines Landes siedelte nämlich König Friedrich Wilhelm I. i. J. 1737 auf dem 5 Morgen grossen Schulzengute, das er von der Finanzrätin Manitius kaufte, 18 böhmische Kolonisten-Familien an. Diese Zahl wuchs bald und belief sich 1747 nach einer durch den General von Kalkstein ausgeführten Zählung auf 69 Familien, also etwa 300 Köpfe. Diese Böhmen, die ihre Heimat wegen religiöser Verfolgungen hatten verlassen müssen, genossen hier in der Mark vor allem freie Religionsübung, aber auch materiell kam ihnen der König Friedrich Wilhelm 1. wie sein grosser Sohn sehr entgegen. Sie erhalten für 2 Jahre freie Wohnung, meist ein für 2 Familien berechnetes llaus, einen Garten von circa 7;i Morgen, Geldbeiträge von 30 Thlrn., freies Brennholz u. dergl. Die Kixdorfer Kolonisten waren meist reine Czechen und gehörten konfessionell zum grössten Teil zur Sekte der mährischen Brüder. Noch heute erinnern hier die beiden Gemeinden der böhmischen Brüder mit 400 Seelen und der llerijMmter mit 250 Seelen an die böhmische Einwanderung.