Kleine Mitteilungen.
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verendet war, flüchtig, mussten aber wohl von dem Sehweiss des verendeten Hirsches Wind bekommen haben, denn sie kehrten um und kamen flüchtig an S. vorüber, welcher inzwischen eine dritte Kugelpatrone geladen hatte, mit welcher er den Achtender ebenfalls unter dem Feuer erlegte. Die Hirsche wogen aufgebrochen 290 bezw. 250 und 190 Pfund, hatten also ein Gesamtgewicht von 730 Pfund. Wenn einzelnen und vielleicht recht vielen Jligern dieser Fall unglaublich erscheint, so kann ich als Ilauplzeugen den wohlbekannten Nimrod Herrn Professor Dr. M. aus Berlin nennen, welcher circa 000 Schritt von meinem Schwager entfernt, vor Erstaunen nicht wusste, was er sagen sollte, als er die drei starken Hirsche erlegen sah. Dass S. freilich ein selten besonnener und guter Büchsenschütze ist, braucht wohl nicht erst gesagt zu werden. Mit Waidm annsheil: K. S.
(B. T.-Bl. 15. 7. 91.)
11. Kaninchenjagd. Ausser auf Picheiswerder giebt es auch in den
Sternbergen an der Jungfernhaide, gegenüber dem Spandauer Bock, wilde Kaninchen. An beiden Orten sind solche ausgesetzt worden. Man hat in den letzten Jahren aut Pichelswerdcr mit Hilfe von Frettchen, namentlich aber durch Schiessen, ihre Zahl zu verringern gesucht, wobei auch der Fuchs fleissig geholfen hat. Seit dem vorigen Jahre giebt es auch in den Wällen an der Südseite von Spandau wilde Kaninchen, die in den angrenzenden Gärten grossen Schaden anriehten. Die interessirten Besitzer sind bereits bei der Kommandantur um die Erlaubnis, die Kaninchen wegschiessen zu dürfen, eingekommen. Voss. Z. 14. 4. 1887.
12. Zunahme der Wölfe. Aus dem Osten und Westen Deutschlands kommen viele Klagen über die Zunahme der Wölfe und über die Frechheit, mit der dieselben sich bemerkbar machen. So schreibt man uns aus Brom- berg vom 15. Januar von der deutsch-polnischen Grenze: in den Dörfern Thriemionke u. s. w., die am zugefrorenen Goblo-See liegen, haben sich in Kol ge des starken Sclmeefallcs und hinzugetretenen Frostes, der bis auf 18 Grad gestiegen ist, ganze Rudel Wölfe aus Russland nach hier wechselnd gezeigt. Die an der Grenze wohnenden Besitzer haben Wolfsjagden angestellt, und sind viele halbverhungerte Thiere geschossen worden. — Aus Korbach in Lothringen wird der Köln. Ztg. vom 15. Januar geschrieben: Ein Wolf von grosser Seltenheit wurde gestern in der Jagd des Fabrikbesitzers Adt von hier in dem Staatswald Freue bei Machern durch den kaiserlichen Förster Ruland erlegt. Derselbe war ziemlich stark, ganz schwarz, unter dem Leibe grau, hatte einen langen gebogenen Schweif und sah eher einem schweren Hunde, als einem Wolfe ähnlich. Ein zweiter noch stärkerer Wolf entwischte leider aus dem Treiben. — Aus Metz wird ferner berichtet: Er war ganz kürzlich am hellen Mittage, als der von der Kreisstadt Chateau-Salins nach Dehne fahrende Handelsmann Camille Mouchot a üf der Landstrasse zwischen den genannten Städtchen, unfern des Waldes v on Amélècourt bemerkte, dass eine Wölfin seinen hinter dem Wagen laufenden Hund verfolgte und immer enger umkreiste, bis es endlich zum offenen Angriff kam. Der Hund wehrte sich tapfer, während die Wölfin an einer Telegraphenstange feste Stellung nahm und auch nicht wich, als