Kleine Mitteilungen.
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samkeit zur Nachtzeit genötigt. Bei einer am letzten Sonntag veranstalteten Treibjagd kamen nun richtig alle sieben Wölfe in Sicht; der Besitzer des jenseits der Grenze gelegenen Schlosses Villers-aux-Bois, einer der gewaltigsten Nimrode hiesiger Gegend, erlegte eine starke Wölfin, wahrend ein zweites dieser Kaubthiere verwundet wurde. Hält der Winter noch eine Zeit lang an, so dürfen wir hoffen, bald von dem Kaubgesindel ganz befreit zu werden. Dass es auch an Wildschweinen bei uns nicht mangelt, erhellt aus der Thatsache, dass der oben genannte Jäger letzthin in kurzer Zeit nicht weniger als sieben Stück erlegt hat; das zuletzt am 11. d. M. geschossene wog ausgeweidet Uber 200 Pfund. B. T. Bl. 20. 12. 1885.
18. Wildsau. Eberswalde. Letzter Tage wurde im Sonnenburger Forstrevier der Förster Ohne sorge durch eine angeschossene Wildsau angegriffen und am Knie verletzt, ausserdem wurde ihm das Gewehr zertrümmert; seine Gattin, die ihn begleitete, wurde niedergeworfen, ohne indess verletzt zu werden. Das Schwein verendete bald darauf. Märk. Ztg., Jan. 1889.
19. Saujagd. Pest. Ein unangenehmes Jagdabenteuer erlebte der
Szelecskeer Gutsbesitzer Josef Balogh, welcher am 13. d. im Verein mit seinen Freunden Alexander und Bartholomäus Bodor in den Alt-Füzeser Forsten eine Treibjagd veranstaltete. Um die Mittagszeit wurde ein riesiger Eber aufgetrieben. Einer der Jäger feuerte sofort das Gewehr auf denselben ab, worauf der Eber auf seinen Angreifer zueilte, welcher unter lauten Hilferufen das Weite suchte. Auf den Lärm hin trat Balogh aus dem Dickicht hervor, um dem bedrängtem Jäger zu helfen, allein das Wildschwein rannte ihn zu Boden. Balogh erhob sich zwar sofort wieder, doch konnte er nicht schiessen, denn ehe er sieh dessen versah, hatte ihn der Eber wieder zu Boden geworfen. In diesem Augenblicke kam Alexander Bodor herbei, doch getraute er sich nicht, Feuer zu geben, da Balogh bald in der Luft schwebte, bald wieder auf dem Kücken des Ebers zu sehen war. Erst als das Wildschwein Balogh wieder abgeworfen hatte, gab Bodor zwei Schüsse ab und traf das Wild unter dem Auge und hinter dem Ohr, worauf das Tier sein Opfer, welchem bereits der linke Schenkel aufgesclilitzt war, liegen Hess und seine Kettung in der Flucht suchte. Es warf zwei Treiber nieder, welche ihm in den Weg gekommen waren, und lief von den Gewehrschüssen der Jäger verfolgt noch eine gute Strecke weiter, bis es endlich von einer Kugel Bartholomäus Bodor’s zu Tode verwundet, nach dem 23. Schüsse zusammenbrach. Der Eber wog ohne die Eingeweide 192 Kilogramm. Balogh wurde auf einem Wagen nach Szamik-Ujvar befördert, wo er gefährlich verwundet darniederliegt. (B. T.-Bl. vom Jan. 1889.)
20. Ein Fuchsfang im Grünewald. Gestern früh gegen 8 Uhr bemerkten einige Arbeiter auf dem Wege, welcher rechts vom Restaurant Hundekehle nach Paulsborn führt, einen Fuchs, der, unter einer Birke liegend, anscheinend sein Morgenschläfchen hielt. Sie benachrichtigten hiervon den Inhaber des genannten Restaurants, Herrn Zeitz, der ihnen, in Ermangelung e iner Schusswaffe, seinen grossen Fischkescher zur Jagd auf das Wild überliess. Hem Fuchse hinterrücks nahend, warf einer der Arbeiter mit geschicktem Schwünge das Fischnetz über den arglosen Reinicke, der gleich darauf mit