Heft 
(1893) 2
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Kleine Mitteilungen.

mächtigem Sprunge in die Höhe schnellte, allerdings zu spät, denn er war bereits gefangen. Der auf so eigentümliche und unrühmliche Weise der goldenen Freiheit beraubte Schlauberger übrigens ein ausgewachsenes Prachtexemplar wurde, seines schönen Pelzes beraubt, den Gästen des Herrn Zeitz bereits am Nachmittag als neuestes Opfer eines allzu festen Scldafes vorgestellt. (B. T.-Bl. 12. 3. 1890.)

21. Ungarische Hirsche bei Zehdenick. Als der Kaiser im

vorigen Winter beim Besuch des Bückeburger Hofes auf der Jagd den mächtigen Achtzehnendcr »Peter erlegt hatte, äusserte er zu seiner Umge­bung, solch kapitales Wild möchte auch in den kaiserlichen Jagdgründen einen Platz finden. Um diesen Wunsch zu erfüllen, hat, wie der Wescr-Ztg. aus Bückeburg berichtet wird, der Fürst letzthin aus seinen Besitzungen in Ungarn 21 vorzüglich zur Zucht geeignete Stück Hirschwild einfangen und nach Bückeburg bringen lassen, wo sie in einem Gehege gute Pflege fanden und ausgezeichnet gediehen. Der Fürst hat dies Wild dem Kaiser geschenkt und lässt es nach Zehdcnick schallen, in dessen Forsten es ausgesetzt wird. Wie seiner Zeit durch Einführung ungarischen Blutes sich der Wildstand im Schaumburger Walde bedeutend hob, so wird es voraussichtlich nun auch im Zehdenicker Revier geschehen. (B. T.-Bl. 18. 12. 1889.)

22. Städtische Jagd. Dass innerhalb der Stadt Berlin noch jagd bares Wild in einiger Menge vorkommt, dürfte den wenigsten bekannt sein. In den Rehbergen zwischen der Jungfernhaide und Müllerstrasse kommen Dachs- und Fuchsbauten vor, sowie viele Hasen und wilde Kaninchen, auch ist dort ein berühmter Anstand auf Rehe. Vom alten Georgenkirchhof be­sitzt das Märkische Museum ein ungewöhnlich grosses Hermelin, vom llum boldthain mehrere Steinmarder. Hasen und Kaninchen kommen mitunter jetzt noch im westlichsten Teile des Tiergartens vor. Bekannt sind die Eich hörnchen des letzteren; in den städtischen Parks fehlen die Eichhörnchen vollständig, da diese Parks erst neuere Anlagen sind.

(B. T.-Bl. 3. 2. 1892.)

23. Wildschweine. Hennigsdorf, (i. Januar. (Eig. Mitth.) Neuerdings haben sich in den benachbartem Forstrevieren zahlreiche Wildschweine gezeigt. Da in den am rechten Havelufer zwischen Oranienburg und Spandau belo­genen Forsten sich seit Jahren keine Schweine gezeigt haben, so vermutet man, dass die jetzt hier auftretenden Borstentiere über die Havel aus den Stolper, Sehönwalder und Banker Revieren gekommen sind.

(Voss. Ztg. Jan. 1890.)

Für die Redaktion: Dr Eduard Zache, Peinminerstrasse fH. Pie Einsender haben den sachlichen Inhalt ihrer Mitteilungen zu vertreten.

Druck von P. Stankiewicz' Buchdruckerei, Berlin, Bernburgerstrasse 14.