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Geschichte des Landes und Bistums Lebus, sowie der Stadt Fürstenwalde. 125
Kirche besichtigt, der Kaffee eingenommen und danach utn 6 Uhr die Hückfahrt nach Pürstenwalde angetreten. Im Hotel Kronprinz vereinigte sich die Gesellschaft noch zu einem kurzen Imbiss, und wurde während dessen von dem durch die Enthüllungsfeierlichkeiten behindert gewesenen Bürgermeister Herrn Köppe herzlich begrüsst, während vorher Professor Liebenow noch einmal der Stadt Fürsten wähle gedacht und mit dem alten Worte sgechlossen hatte: Hie guet Brandenburg allewege! In der neunten Abendstunde erfolgte die Rückfahrt nach Berlin.
Oer herrliche Herbsttag hatte nicht unwesentlich zum guten Gelingen der Tour beigetragen, und so wird die Wanderfahrt nach Fürstenwalde allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.
Überblick über die Geschichte des Landes und Bistums Lebus, sowie der Stadt Fürstenwalde.
Von Dr. Breitenbach.
Hochverehrte Anwesende! Fis ist mir von Seiten des Vorstandes dieses Vereins der ehrenvolle Auftrag zu teil geworden, Ihnen etwas aus der Geschichte dieser Landschaft und der Stadt Fürstenwalde vorzutragen. Ich habe mir nun zur Aufgabe gestellt, diejenigen Teilnehmer an dieser Wanderfahrt, welche mit der Geschichte unserer Landschaft und unseres Städtchens nicht genauer vertraut sind, ganz im allgemeinen über die Vergangenheit des Landes Lebus und die Schicksale der Stadt Fürstenwalde zu informieren. Denn nur wer diese Geschichte kennt, wird die ziemlich unscheinbaren Denkmäler der Vorzeit, die Sie nachher in Augenschein nehmen wollen, mit Interesse betrachten. Solche Übersichten pflegen freilich etwas trocken auszufallen und ich bitte daher um Verzeihung, wenn mein Stoff nicht im stände sein sollte, Ihr Interesse dauernd zu fesseln. Ich gedenke zunächst, die Geschichte des ganzen Landes und des Bistums bis zu dein .lahre 1385 zu verfolgen, in welchem F’ürstenwähle Sitz der Bischöfe von Lebus wurde, dann aber Ihre Aufmerksamkeit lediglich auf die Entwickelung der Stadt und ihre Herren, die Bischöfe, zn lenken. — Sie befinden sich hier also in einer der ältesten Städte des Landes Lebus, deren Gründung als eine deutsche Stadt um die Mitte des 13. Jahrhunderts anzusetzen ist; nur muss man dieselbe nicht in das graue Altertum hinaufschrauben wollen, wie dies Goltz in seiner Chronik von Fürsten wähle thut. Der Pastor Goltz, Prediger an der hiesigen Domkirche, hat nämlich im Jahre 1837 eine umfängliche Chronik unserer Stadt geschrieben, welche insofern ein hoch- verdienstliches Werk ist, als darin alles urkundliche Material, das dem eifrig sammelnden Verfasser zu Gebote stand, sorgfältig verzeichnet ist.