Geschichte des Landes und Bistums Lebus, sowie der Stadt Fürstenwalde. 129
haben in einer ziemlich tief liegenden und Überschwemmungen aufgesetzten Gegend, zwischen der Spree und sumpfigen Wiesen und ausserhalb der alten Stadtmauer. Dieselbe führt nämlich noch jetzt den Namen Altstadt. Die älteste Erwähnung dieser Bezeichnung, die ich habe finden können, stellt in einer Urkunde des Bischofs Friedrich vom Jahre 1466, „hortus Petri Krüger in der alden Stadt“. — Dass dort nicht die alte deutsche Stadt Fürstenwalde gelegen haben kann, erhellt ohne weiteres aus der ganzen Lage. Woher der Name der Stadt Fürstenwalde kommt, kann man nur vermuten. Der zeitweilige Fürst des Landes war vor der Gründling der Stadt selbstverständlich der Herr und Besitzer des ungeheueren Forstes, in dessen Mitte die Stadt erbaut wurde. Nach dieser Abschweifung kehren wir zu der Geschichte des ganzen Landes zurück.
Mit den Eifersüchteleien der beiden Besitzer des Landes hängt vermutlich die Verlegung des Bischofssitzes von Lebus nach Göritz zusammen. Die Bischöfe und das Domkapitel von Lebus stammten noch auf Jahrzehnte fast ausschliesslich aus Schlesien und zwar speziell aus Breslau; wenngleich sie jetzt bereits meist deutschen Stammes waren, so standen sie den neuen deutschen Herren doch mit einem übrigens wohl- begründeten Misstrauen gegenüber und suchten sich eine möglichst unabhängige Stellung zu sichern. — Bischof Wilhelm, der zur Zeit des Regierungswechsels den bischöflichen Stuhl inne hatte, glaubte nun wohl durch engen Anschluss an Magdeburg die Interessen seines Bistums zu fördern. Er versprach in einer Urkunde vom Jahre 1276 — aus der übrigens zu entnehmen ist, dass Bischof und Domkapitel schon seit einiger Zeit nicht mehr in Lebus weilten, vielleicht weil ihnen hier der Boden zu heiss war — seinen Sitz auf den magdeburgischen Anteil des Landes Lebus zu nehmen. Hieraus erklärt sich, dass wir nun in der Folgezeit aus Urkunden erfahren, dass die Residenz der Bischöfe nach Göritz, jetzt ein Flecken nicht weit von Lebus, aber auf dem rechten Oder-Ufer, verlegt worden ist. Doch auch hier war, wie sich zeigen wird, ihres Bleibens nicht. — Die Tage der Doppelherrschaft gingen zu Ende. Magdeburg musste seinen Anteil an dem Lande Lebus etwa mns Jahr 1287 abtreten. In der That war es wohl eine Unmöglichkeit für das Erzstift, den weit vorgeschobenen Posten in der Oderlandschaft, der rings von brandenburgischem Gebiet eingeschlossen war, za behaupten. Der Umstand, dass zu dieser Zeit gerade ein Askanier, Erich, den erzbischöflichen Stuhl von Magdeburg inne hatte (1283 bis 1294), dürfte einen solchen Ausgleich wesentlich befördert haben. — Besonders glänzend entwickelte sich nun die Macht des askanischen Hauses unter dem grossen Waldemar. Da mussten sich denn die Bischöfe von Lebus im Jahre 1317 bequemen, in aller Form das Patronat ihrer Landesherren anzuerkennen. Doch mit dem Tode Waldemars