130 Geschichte des Landes und Bistums Lebus, sowie der Stadt Fürstenwalde.
brachen die Stürme über Land und Bistum von neuem herein. Denn auch aut' dem Boden der Mark wurde der grosse Streit /.wischen den Häusern Wittelsbach und Luxemburg, zwischen dem gebannten Kaiser und dem Papste ausgefochten, weil Kaiser Ludwig der Baier seinen Sohn Ludwig mit der erledigten Mark belehnt hatte. Vom Papste autorisiert, brachen die Horden des Polenkönigs 1325 und 1326 in die östlichen Landschaften Brandenburgs ein und verwüsteten insbesondere das Land Lelms in greulicher Weise. Bischof Stephan II.
von Lelms wurde, wahrscheinlich weil er in dem Streit zwischen Kaiser und Papst sehr entschieden gegen den ersteren Partei genommen hatte, beschuldigt, diese Einfälle veranlasst zu haben, und da er zu dieser Zeit auch in einen Streit mit der Frankfurter Bürgerschaft verwickelt war, so richtete sich die Volkswut gerade gegen ihn. Hern zogen daher auf den Huf ihres Markgrafen die Frankfurter — auch die Miinche- berger und Brandenburger scheinen tei(genommen zu haben — unter Leitung des Lelmser Vogts Erich von Wulkow aus, um die Hüter des Stifts heimzusuchen. Göritz, den Sitz des Bischofs und Domkapitel* zerstörten sie so gründlich, dass die Stadt, wie eine päptliche Bulle sagt, „facta est campus et ager, in quo semina seminantur“ — zu Ackerland wurde. Dafür wurde der Markgraf und die beteiligten Städter von dein Bischof mit Bann und Interdikt belegt. Das feindselige Verhältnis der wittelsbacher Markgrafen zu den Bischöfen von Lelms währte auch fernerhin, so dass der Bischof und die Domherren ausserhalb ihres Sprengels umherirrten, gewiss meist in Schlesien, wo auch Stephan II 1345 starb. Sein Nachfolger Apezko wurde sogar von dem Marschall des Markgrafen Ludwig gefangen und musste sich mit Held auslösen. Erst als Heinrich II. von Buntsch, wie sein Vorgänger ein Breslauer, im .Iahre 1354 die bischöfliche Würde erlangte, wurde der Friede helgestellt. An wem hätte auch der Bischof einen Rückhalt finden hönnen, nachdem die Tragikomödie des falschen Waldemar ausgespielt war und Karl IV. sich 1350 mit Ludwig, dem bayerischen Markgrafen, ausgesölmt hatte. Dass der falsche Waldemar auch hier in unserer Stadt Anerkennung fand, werden Sie aus zwei Urkunden, die Ihnen vorgelegt werden sollen, ersehen. — In Folge des Ausgleichs zwischen Ludwig dem Römer und dem Bischof, der natürlich von dem Markgrafen mit grossen Opfern erkauft werden musste, erhielt das Bistum die Städte Lelms und Fürstenwalde mit allen Hoheitsrechten, nur behielt sich Ludwig das Ötfnungsrecht vor. Seine Hoheitsrechte in Fürstenwalde hatte Markgraf Ludwig bereits 1352 einem seiner bairischen Vertrauten, dem Friedrich von Lochen, zu Lehen gegeben; auch hatte er diesem seinen Hiinstling gestattet, ein festes Haus, „ein Oe- Imw, das da gebuwet ist an der m'iven Vosten in der Stat“ zu bauen. Er wurde mit Boitzenburg entschädigt. Und nun erst hob der Bischof