Geschichte des Landes und Bistums Lohns, sowie der Stadt Ftirstenwalde. 131
Heinrich im Namen des Papstes den Hann auf, der noch immer auf dem Markgrafen und allen, die ihm anhingen, lastete. — Nun kam aber auch das Mistum erst wieder in den Besitz seiner Güter, soweit dieselben in der Mark lagen; denn die bedeutendsten Besitzungen desselben lagen damals noch in Schlesien und Ostgalizien. — Da die Kathedralkirche und die Wohnungen der Domherren in Göritz ganz zerstört waren, so verlegte Bischof Heinrich den Sitz des Bistums wieder an die ursprüngliche Stelle — nach Lebus. Auf einem bisher unbebauten Berge neben dem Schloss — die alte Kathedralkirche ist also gewiss völlig zerfallen gewesen — wurde die neue Domkirche gebaut; aber es war ein ärmliches Gebäude. Doch auch hier war dem Bischof und Domkapitel keine Buhe vergönnt. Dasselbe Ereignis des Jahres lY73 nämlich, welches unserem Städtchen Fürstenwalde einen Platz in jedem vaterländischen Geschichtsbuche verschafft hat, hat auch die Veranlassung gegeben, dass der Sitz des Bistums endlich zum dritten und letzten Male verlegt wurde — und zwar nach Fürstenwalde. Der letzte ohnmächtige Markgraf aus dem Wittelsbachischen Hause, Otto der Faule, wurde von Karl IV. im Jahre 1373, als er es allzuspät versuchte, seine Selbständigkeit zu wahren, mit Krieg überzogen und hier vor Fürsten- waldes Thoren in dem bekannten Vertrage gezwungen, die Mark an Karls Söhne abzutreten. Bei Gelegenheit dieses Kriegszuges wurde nun auch Stadt und Schloss Bebus erstürmt und die dortige Domkirche wurde „in stabulum jumentorum“ zu einem Pferdestall erniedrigt, die Wohnungen der Domherren verbrannt. So war denn das Bistum wieder einmal obdachlos, und schon damals beschloss Bischof Peter B von Oppel, seine Residenz nach einem festeren und blühenderen Orte, nach Pürstomvalde zu verlegen. Erst 12 Jahre später, im Jahre 1385, wurde die Verlegung von Bischof Johann II. von Kittlitz wirklich vollzogen, hi der päpstlichen Bulle wird der neue Bischofssitz gerühmt als solenne G populosum, muris, turribus propugnaculis et fossulis bene munitum, d. h. als prächtig und volkreich, durch Mauern, Türme, Festungswerke und Gräben wohl geschützt, in der die Güter und Personen des Stiftes wohl geborgen sein würden. Wenn nun auch die päpstliche Kanzlei den Mund etwas voll zu nehmen pflegt, so dürfte doch richtig sein, dass Fürstenwalde zu jenen Zeiten eine verhältnismässig ansehnliche und wohlverwahrte Stadt war. Der Stadtgraben wurde direkt von der Spree gespeist und bei Hochwasser umspülte sogar die Hochflut die ganze Stadt. — Das frühere Schloss des ebenerwähnten Friedrich von Buchen wurde nun vermutlich der Sitz des Bischofs. Es wurde 1407 neu er- ba ut. Das Restaurant, in dem wir eigentlich laut Programm zu frühstücken beabsichtigten, liegt an der Aussenseite des Grabens, der das Schloss umgab. Beider sind nur noch die Grundmauern vorhanden, da das Schloss 1576 ein Raub der Flammen wurde. — Die Pfarrkirche