Heft 
(1893) 2
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Bericht über die 7. (2. fiffentl.) Sitzung des II. Vereinsjahres.

Repräsentationsfoiids mit einem Kostenaufwand von 100 Mark gestiftet. Der 2. Vorsitzende überreichte eine Photographie des vom Magistrats- Kalligraph C. Wendel gefertigten Kunstblattes, welches folgende In­schrift trägt:

Zur Erinnung an die Schlacht bei Dennewitz, den 6. September 1813.

Gedenkblatt

Berlin, den 6. September 1893.

Magistrat hiesiger Königlicher Haupt- und Residenzstadt.

Kirchner. Friedel.

und erinnerte an die Bedeutung des von Bülow wider Ney erfochtenen Sieges, der Berlin zum zweiten Male vor Plünderung und Verwüstung rettete.

3. Der 2. Vorsitzende erwähnt des wertvollen Geschenks, welches Professor Liebenow, stellvertr. Vors, des Ausschusses, der Gesell­schaft mit seinem grossartig angelegten mitteleuropäischen Karten­werk, bei dem uns namentlich die Brandenburg umfassenden Blätter angehen, gemacht hat. Diese Karte ist auf Veranlassung des Preussisclien Generalstabs (Feldmarschall Graf Moltke) entstanden. Die Blätter west­lich des Rheins waren an die Armeestäbe 1870 71 in 50000 Exemplaren verteilt und habenmitgefoehten für Preussen und Deutschland. Die Blätter von Elsass-Lothringen liegen, mit der von Herrn Liebenow im Kabinet des Fürsten Bismarck bearbeiteten neuen Deutschen Grenze dem Friedensvertrage mit Frankreich bei und sind auch später bei den Friedensverhandlungen in Brüssel, zu denen Herr Liebenow dorthin ent­sendet wurde, benutzt worden. An genannter Karte ist 18 Jahre ge­arbeitet worden, es sind also jährlich 8 Blatt in Zeichnung und Stich fertig gestellt. Das Terrain ist anf besondere Platten gestochen, so dass die Karte mit oder ohne Terrain gedruckt werden kann. Durch Ueber- druck und Zusammendruck sind aus den kleineren Blättern grössere zu­sammenhängende Karten der einzelnen Provinzen hergestellt, meistens ohne Terrain. Der Stich der Karte hat gegen 100000 Mark gekostet, im Buchhandel kostet das Blatt 1 Mark, die ganze Kaite pro Exemplar 145 Mark.

4. Mitglied H. Maurer bespricht den beim städtischen Rieselgut und der Nordbahn-Haltestelle Blankenburg belegenen Burgwall, den er im Aufträge des Märkischen-Museums in Gemeinschaft mit dem Mitglied E. Schenk untersucht und als eine wendische Zufluchtsstätte aus letzter heidnischer Zeit erkannt hat. Eine Tafel mit charakteristischen Fund- und Beweisstücken wurde herumgereicht, genauer Bericht wird in derBranden- burgia später abgedruckt werden, wie der 2. Vorsitzende bemerkte.