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Bericht über die 7. (2. öffentl.) Sitzung des II. Vereinsjahres.
„Nas ilhas de Maldiva nasce a planta No profundo das agoas soberana,
Cujo pomo contra o verseno urgente He tedo por antidoto exeellente.“
Von Carl Bolle frei übersetzt:
„Es wächst ein Baum, wo rings um die Maldiven Die Meeresküsten Seltsames gebären,
In dessen Frucht geheime Kräfte schliefen,
Dem schlimmsten Gift als Gegengift zu wehren.“
So wird sich auch, beinahe zweifellos, die Maldivennuss in der erst churfürstlichen, dann königlichen Kunstkammer des Berliner Schlosses befunden haben. Allmählig mit zunehmender Aufklärung verloren dergleichen Dinge an Wert,*) und so mag die seltene Palmfruchtschale später bei Seite gestellt worden sein. Vielleicht hat man die kostbare Nuss, als Dominique Vivant Baron Denon, (ieneralinspektor der französischen Museen, auf Napoleon’s I. Betrieb im Berliner Königsschloss hauste und annektierte, als wertlos, nachdem man ihr ihre Einfassung, auf die eine Spur hinzudeuten scheint, geraubt, und als unnütz aus dem Fenster in die vorbei fliessende Spree geworfen, welche den merkwürdigen und seltenen Gast sorglich mit Schlamm und Sand überdeckt und dadurch für uns leidlich erhalten hat.
6. Ebenso sind im Spreebett, wie im ehemaligen Königs- graben zu Berlin rezente Steinnüsse ausgebaggert und dem Märkischen Museum als Versteinerungen iiberbraeht worden. Auch hiervon lege ich Proben vor.
Es handelt sich, wie Dr. Potonié in der Naturw. Wochen- schrift a. a. O. S. 337 ausgeführt hat, dabei um zwei verschiedene Palmensamen. Einmal um die wegen ihres harten Endosperms unter dem Namen Elfenbein- oder Steinnüsse, auch vegetabilisches Elfenbein benannte Phytelephas niacrocarpa Mart, vom Magdalenenfluss in Südamerika, die zu Knöpfen und anderen Gegenständen verdrechselt wird und um die charakteristischen, apfelförmigen, durch eine knollenförmige Raphewucherung tief ausgehöhlten Samen einer Sagopalme, Coelocoecus (= Sagus) amiearum Wendl. von den Freundschaftsinseln. Dem Märkischen Museum wurden diese mehrfach als „versteinerte Nüsse“ oder „versteinerte Äpfel“ angeboteu.
7. Der 2. Vorsitzende E. Friedei legt des weiteren eine dein Märkischen Museum (Kat. B. XI No. 686) gehörige Lithographie mit der Unterschrift: „Abbildung des grossen Markgrafen-Steins auf den Rauen- scheu Bergen bei Fürstenwalde, so wie er Pfingsten des Jahres 1827 noch
*) Wie z. B. nicht länger die Stosszähne des Matnmuth als Greifenklauen und der Stosszahn des Narwal (Monodon monoceros) nicht mehr als Horn des Einhorn- Pferdes angesehen wurden.