Heft 
(1893) 2
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Bericht über die 7. (2. öffentl.) Sitzung des II. Vereinsjahres.

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zu sehen war. Gez. von J. Schoppe. Lith. von Tempeltey. vor und bemerkt dazu Folgendes.

Es wird unserer Gesellschaft von Interesse sein, eine naturgetreue Abbildung des von uns am 3. d. Mts. betrachteten grossen Markgrafen­steins aus dein Jahre 1827 vor der teilweisen Sprengung desselben durch den Baurat Ernst Cantian zu besichtigen und die Besprechung zu hören, welche Goethe (sämmtl. Werke in 40 Bänden, Stuttgart u. Tübingen, 1857. Band 31 Seite 319) der Abbildung widmet.*)

Es ist von nicht geringer Bedeutung, dass uns dieser Granitfels in seiner ganzen kolossalen Lage vor Augen erhalten wird, ehe man ihn, wie jetzt geschieht, zu obgedachten Arbeiten benutzte. Er liegt auf dem linken Spreeufer, sechs Meilen von Berlin aufwärts, Fürstenwalde gegen­über, und, verhältnismässig zu jenen Gegenden hoch genug, bei 400 Fuss über der Meeresfläche, und zwar nicht allein, sondern es finden sich in dessen Nähe noch zwei andere, ein schon bekannter und ein erst neulich entdeckter. Der Gipfel der Rauhischen Berge, ungefähr dreihundert Schritte nördlich von dem Markgrafenstein, erhebt sich 450 Fuss über das Meer.

Das Dorf liegt niedriger, auf einem lettenreichen Plateau, dessen Boden gegen den Fluss nicht allmählig abhängend ist, sondern ungefähr auf dem halben Wege, sehr bestimmt und scharf über dem mittleren Wasserstande absetzt. Die untere Ebene des Flusses besteht aus echt märkischem Sand; das linke Ufer ist auf- und abwärts reich an kleineren Granitblöcken.

Diese Gegend ist höchst merkwürdig, da eine so bedeutende Höhe hier vorwaltet und die Spree von ihrem Weg nach der Oder zu dadurch abgelenkt scheint.

Hierüber dürfen wir nun von Herrn Director Klöden, in Fort­setzung seiner Beiträge zur mineralogischen und geognostischen Kenntniss der Mark Brandenburg, die sichersten Aufklärungen erwarten, wie wir ihn denn um Plan und Profil jener Gegend ersuchen möchten. Glücklich würden wir uns schätzen, wenn Granit hier wirklich in seiner Urlage anstehend gefunden würde, und wir uns der bescheidenen Auflösung e 'nes bisher allzustürmisch behandelten wuchtigen geologischen Problems näher geführt sähen.

Erst mehre Jahre später folgte Friedrich von Klöden Goethes Aufforderung. Aus dem 5. Stück derBeiträge im Schulprogramm vom 31. März 1832 entnehmen wir Seite 58 flg. die nachfolgenden Stellen:

*) Auf Seiten 317 und 318 bespricht Goethe in einem Aufsatz:Granitarbeiten in Berlin die Herstellung der Schale vor dem Alten Museum aus einem Splitter des Rauener Gneiss-Blocks, vgl. in Jalirg. I unserer Zeitschrift Seite 242 meinen Bericht. V 8l ferner über andere ältere Abbildungen der Markgrafensteine Felix Teige: Die geschichtliche Bedeutung eines Granitblockes, ZeitschriftBär Jahrg. VI S. 167 flg.