Heft 
(1893) 2
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Bücherschau.

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Könnte nachgewiesen werden, dass auch die Weichbilder*)( Ortsbilder) hin und wieder Puppen genannt wurden, so würde ,, bis in die Puppen" auch bedeuten können: bis an die Weichbildgrenze( wo die Weichbilder aufgestellt wurden). Die Redensart würde sicher aber auch in diesem Falle uns nicht zwingen, ihren Ursprung in Berlin zu suchen. Der Berliner mag freilich später diese in Deutschland weit verbreitete Redensart sich lokal umgedeutelt haben. W. Hartwig.

Bücherschau,

Zur Geologie der Mark:

1. Abhandlungen der Königlich Preussischen geologischen Landes anstalt. Neue Folge, Heft 14. Zusammenstellung der geologischen Schriften und Karten über den ost- elbischen Teil des Königreiches Preussen mit Ausschluss der Pro­vinzen Schlesien und Schleswig- Holstein . Abgeschlossen am 1. April 1893. Von Dr. phil. Konrad Keilhack , königlicher Landesgeologe zu Berlin . Herausgegeben von der König­lich Preussischen geologischen Landesanstalt. Berlin 1893. Die Arbeit ist, soweit ich das beurteilen kann, d. h. soweit sie sich auf unsere Provinz bezieht, eine ausserordentlich sorgfältige. Ausserdem ist der Plan derselben ein sehr zweckmässiger. Der Herr Verfasser teilte das Mas terial in eine sehr grosse Anzahl von Abschnitten, in welchen alsdann wieder eine neue Sichtung vorgenommen wurde, so dass jeder, welcher das Werk benutzen will, von einem bestimmten Punkte aus, rückwärts schreitend, in kurzer Zeit sich die Litteratur eines Gegenstandes zusammenstellen kann. 2. Der Koschenberg bei Senftenberg von Herrn Konrad Keilhack in Berlin . Jahrbuch der königlich preuss. geologischen Landesanstalt für 1892, Berlin 1893. S. 177.

Dieser südlichste Punkt unserer Provinz wird für jeden unserer Gesell­schaft von Interesse sein, und das Märkische Museum bewahrt Gesteins­proben von ihm auf, welche Herr Stadtrat Friedel gesammelt hat. Wir begrüssen deshalb diese Arbeit mit besonderem Dank, da sie zum ersten Mal eine umfassende Beschreibung des Berges giebt. Es wird daher wohl ent­schuldigt werden, wenn ich etwas geuauer auf die Details eingehe. Ist er doch einer der wenigen Punkte, an welchen festes Gestein in die Sand­bildungen des Diluviums hineinragt, und der einzige, wo in der Mark Eruptiv­gesteine zu Tage treten. Das feste Gestein ist eine feinkörnige Grauwacke und das Eruptivgestein ist ein Granitit- und ein Diabasgang. Dort, wo der Granititgang auftritt, ist die Grauwacke z. T. in hornfelsartiges Gestein um­gewandelt, so dass wohl eine contactmetamorphische Erscheinung vorliegt. Auf dem Diabas geht heute der Hauptsteinbruchsbetrieb des Berges um. Überdeckt wird der Berg von Diluvium und zwar tritt dasselbe hier als eine

*) Ich bringe Weichbild nicht mit Weihbild- geweihtes Bild-, sondern mit

altsächs. wie( lat. vicus)

2. Aufl., p. 1067).

=

bewohnter Ort, Flecken, Dorf zusammen( nach Weigand,