Bericht über die 14.( 7. ausserordentliche) Ver
sammlung des II. Vereinsjahres
Montag, den 26. Februar 1894 abends 62 Uhr
in den Berliner Elektrizitäts- Werken, Mauerstrasse 80.
Pünktlich zur angesetzten Zeit hatten sich ca. 80 Herren und Damen vor dem Maschinenhause eingefunden. Beim Betreten desselben war wohl jeder überrascht von der Grösse dieser Maschinen, die durch zwei Stockwerke hindurchragten. Der eigentümliche schwirrende Ton, welcher durch das ganze Gebäude ging, machte die Verständigung etwas beschwerlich. Deshalb hatten die Herren, welche in so liebenswürdiger Weise die Führung übernommen hatten, einen besonders schweren Stand, und jeder von uns wird dem Herrn Direktor Datterer bezw. den Herren Ingenieuren Rühling und Guhl für die Belehrung zu doppeltem Danke sich verpflichtet fühlen.
Zunächst gab Herr Direktor Datterer eine kurze Geschichte der Berliner Elektrizitätswerke, welche sich hauptsächlich auf die Leistungsfähigkeit der Maschinen bezog. Hiernach begann die Gesellschaft vor 9 Jahren mit neun Dampfmaschinen von 150 Pferdekraft; bald aber mussten acht solche von 400 aufgestellt werden, dann solche von 1200. Letztere Maschinen, die grössten ihrer Art, sind in Belgien erbaut worden, weil in Deutschland die nötigen Maschinen nicht in so kurzer Frist hergestellt werden konnten. Alles übrige aber ist aus Deutschland bezogen, z. B. die Röhrendampfkessel, die grössten, welche in Deutschland gebaut worden sind; sie erfordern jeder zur Kondensation des Dampfes in der Stunde 200 cbm Wasser, die durch 26 Tiefbrunnen aus 40 m Tiefe geschöpft werden. Die grossen Dampfmaschinen treiben je zwei Dynamomaschinen von je 500 Pferdekräften. In der Centrale, Mauerstrasse 80, stehen 10 Dynamomaschinen, welche zusammen 5000 Pferdekräfte repräsentieren. In den beiden Centralen, Schiffbauerdamm 22 und Spandauerstrasse 49, sind durch die Dynamomaschinen je 3000 Pferdekräfte repräsentiert und in der Markgrafenstrasse 44 sind es 2400 Pferdekräfte.
Die Elektrizitätswerke sind Centralbeleuchtungsanlagen, welche den
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