Heft 
(1896) 5
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15. (5. öfientl.) Versammlung des IV. Vereinsjahres.

Lehnin dargestellt wird. Die Aufstellung der beiden Nischen wird un­gefähr Ende 1897 erfolgen können.

Als Erleuchtung sind für je eine Nische zwei Kandelaber geplant, die zur Erleichterung des Wachtdienstes teilweise in der Nacht wohl werden brennen müssen, um die Kunstwerke vor Zerstörung von roher Hand zu schützen. Es steht auch zu erwarten, dass jeder Gebildete das Seinige beitragen wird, um den Gedanken künstlerischer Schönheit und Grösse, der in der Wahl des Marmormaterials liegt, zu rechtfertigen. Wie anders würde eine solche Galerie von schwarzen Broncestandbildern wirken, als nun so der Marmor in seiner Pracht und malerischen Er­scheinung im Grünen. Helfen wir später jeder der Hauptstadt einen Schmuck bewahren, der sich würdig an die Schöpfungen früherer, darin bis jetzt glücklicherer Jahrhunderte anreiht, und möge Berlin dankbar sein für diesen neuen, grossen Anziehungspunkt, durch dessen hoch­herzige Stiftung der Kaiser Wilhelm II. sich für alle Zeiten einen Ehren­platz in der Kunstgeschichte geschaffen hat.

Die Versammlung betrachtete die ausgestellten Skizzen, welche von feiner Individualisierung und würdevoller Darstellung zeugen, mit grosser Teilnahme und lebhaftem Dank gegen den ausführenden Meister.

Herrn E. Friedels SchriftDie Herrscher-Galerie in der Sieges- Allee zu Berlin, Sonderabdruck aus demBär von 1895, besprochen im Monatsblatt Bd. III 1895/96, S. 810, lag zur Vergleichung aus.

10. Die Rathaus-Verwaltung hatte die Güte gehabt, die Modell­skizze Siemerings für die Ausschmückung der Unterstromseite der neuen Gertraudten Brücke auszustellen, die Heilige Gertraudt, wie sie einen dürstenden Knaben aus einem Kruge tränkt. Der Bronzeguss der lieb­lichen, an die Rauchsche Schule erinnernden Gruppe wird in der be­währten Kunstwerkstatt zu Lauchhammer noch in diesem Jahre aus­geführt.

11. Herr Willibald von S chulenburg sprach ü ber Alter­tümer aus dem Kreise Teltow unter Vorlegung vieler vorgeschicht­licher Fundsachen.

Der gehaltvolle mit vielem Beifall aufgenommene Vortrag wird späterhin ausführlich erscheinen.

12. Den Beschluss machte ein Vortrag des Herrn Chemiker Holzt von der Neuen Photographischen Gesellschaft in Schöneberg über Bilder, welche mit Hülfe der Röntgenschen X-Strahlen aufgenommen und im Wege der Rotationsphotographie nach dem von der genannten Gesellschaft betriebenen eigentümlichen, durch Patent geschützten Ver­fahren vervielfältigt werden. Die riesenhaften photographischen Rollen