Bericht über die Feier des Stiftungsfestes.
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von 10 m Länge, welche der Vortragende entwickelte, imponierten sichtlich. Auch dieser fesselnde Vortrag wird späterhin zum Abdruck im Monatsblatt gelangen.
13. Der Sitzung folgte eine zwanglose Zusammenkunft im Ratskeller.
Bericht über die Feier des Stiftungsfestes.
1. (ausserordl.) Versammlung des V. Vereinsjahres
am Sonnabend den 21. März 1896,
im Architektenhause, Wilhelmstrasse 92 93,
Nach einem kurzen Prolog des I. Schriftwarts F. Meyer nahm das von demselben arrangierte Festmahl seinen Beginn. Die Reihe der Tischreden eröffnete der II. Vorsitzende, Herr Geheimrat Friedel, mit folgender Ansprache:
Hochansehnliche Versammlung!
Das Vierte Stiftungsfest der Brandenburgia, Gesellschaft für Heimatkunde, fällt in ein bewegt begonnenes Jahr. Noch ist in unser Aller Erinnerung die erhebende Feier des 18. Januar, das Jubiläum des neuerstandenen Deutschen Reichs, gefeiert in allen deutschen Grauen und von allen deutschen Stämmen in Pracht und in Eintracht.
Kurze Zeit darauf hat die Reichsregierung dem Reichstag den Entwurf eines bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich vorgelegt. Im Annahmefalle hört damit u. A. unser altes Preussisches Landrecht und unser noch älteres Märkisches Provinzialrecht zu gelten auf, und wir werden von dem neuen Deutschen Recht, jeder einzelne von uns, in unseren bürgerlichen und rechtlichen Beziehungen ergriffen, mehr als wir zur Zeit noch ahnen mögen. Jedenfalls ist es seit dem Erscheinen unserer Reichsverfassungsurkunde das grösste und weittragendste Gesetz. Eingebracht ist dasselbe auf besondere Anordnung unsers Kaisers in der Hoffnung und dem Wunsche, dass es, wenn möglich, mit dein neuen Jahrhundert d. i. mit dem 1. Januar 1901 ins Leben trete.
Wie wir solchergestalt die Fürsorge unsers Kaisers und Königs auf das gesamte deutsche Volk und das gesamte deutsche Vaterland gerichtet sehen, wie wir diese Fürsorge überall da, auch jenseits der Weltmeere erkennen, wo es den deutschen Namen, die deutsche Flagge, deutschen Handel und deutschen Gewerbefleiss zu schützen gilt, so zeigt sich diese landesväterliche Fürsorge nicht minder da, wo unsere engeren politischen Verbände in Frage komme; wir von der Brandenburgia denken selbst-