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Bericht über die Feier des Stiftungsfestas.
verständlich hierbei zunächst an unsere liebe Mark Brandenburg und an unsere gute Stadt Berlin.
An die landesväterliche Fürsorge unsers Kaiserlichen Herrn sind wir so recht am vergangenen Montag erinnert worden, als wir davon hörten, wie unser Kaiser in Begleitung seiner Erhabenen Gemahlin in früher Morgenstunde, als noch viele Berliner sich behaglich im Bette streckten oder beim Frühstückskaffee sassen, sich nach der Siegesallee begab, um inmitten der berufenen Künstler die Anordnungen für die Einrichtung und Aufstellung der Herrschergalerie zu treffen.
Wir freuen uns herzlich, dass sich in der Schar der auserwählten Künstler auch wiederum mehre Mitglieder unserer Brandenburgia befinden, und wir danken heut nochmals demjenigen unter ihnen auf das Verbindlichste, der so gütig war, durch Darleihung von plastischen Skizzen uns die Art, wie die Herstellung der Herrschergalerie geplant ist, anschaulich vor Augen zu führen.
M. D. u. H. Es handelt sich zu Ehren unserer Stadt und unsers Vaterlandes um einen edlen, grossartigen Schmuck, wie sich eines solchen keine Stadt Deutschlands, ja Europas zu erfreuen haben wird. _
Alles dies verdanken wir der persönlichen Hochherzigkeit unsers Herrschers, denn nicht aus Reichsmitteln oder aus Mitteln des Preussischen Staates oder aus Mitteln der Stadt Berlin, sondern lediglich aus der Privatschatulle Sr. Majestät werden die sehr beträchtlichen Herstellungskosten entnommen.
Unter den 96 berühmten Persönlichkeiten, aus denen sich die Herrschergalerie zusammensetzt, betrachtet unsere Brandenburgia, wie billig, die Brandenburgischen Kurfürsten und Markgrafen als die eigentlichen Chorführer. Und wieder und immer wieder, bei jeder Gelegenheit, versichert uns unser Kaiserlicher Herr, wie er es als eine grosse Ehre betrachte, wie es sein ganz besonderer Stolz sei, auch ein Markgraf von Brandenburg zu heissen.
M. D. u. H. Die Brandenburgia dankt unserm Monarchen auf das Herzlichste für Alles was er der Provinz Brandenburg und der Reichshauptstadt Gutes erweist. Wir sind in unserm kleinen Kreise, Vorstand Ausschuss und Mitglieder der Brandenburgia ja auch bemüht, die Interessen Berlins und der Provinz Brandenburg zu fördern, freilich reicht unser Arm nicht weit, und unsere Mittel sind nur erst schwach, aber wir haben doch auch im verflossenen Vereinsjahr wieder mancherlei Fortschritte zu verzeichnen.
An unserm heutigen Ehrentage ergreifen wir aber mit Freuden die Gelegenheit, unserm Schirmherrn unsere erste Huldigung darzubringen, indem wir dreimal vereint rufen: Unser Markgraf, unser Allergnädigster Kaiser und König, er lebe hoch! — hoch! — hoch!